Weihnachtsgrüße

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Leserinnen und Leser der Homepage,

aktuell befinden wir uns auf den letzten Metern des Jahres 2020 und wir können vermutlich alle sagen: Dieses Jahr wird uns noch lange in Erinnerung bleiben! Als im Januar erste Nachrichten über eine neuartige Lungenerkrankung in Wuhan aufkamen, hätten sicher die wenigsten von uns mit einem derartigen Ausmaß der Umbrüche und Veränderungen gerechnet.

Dieses Jahr war alles andere als gewöhnlich und somit steht auch das Weihnachtsfest unter einem besonderen Stern.

Das Jahr 2020 hat uns in den Familien, dem Berufsleben, in Kunst und Kultur aber auch im Bereich Migration und Teilhabe geprägt und wird uns noch lange weiter prägen. Überlastung aber auch Einsamkeit und Isolation waren nicht selten die Folgen. Viele Menschen konnten ihren Berufen nicht mehr nachgehen, andere in so genannten systemrelevanten Bereichen sehen sich mit einer schier nicht enden wollenden Arbeitsbelastung konfrontiert. Die Corona-Krise hat Stärken und Schwächen unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens offengelegt. Sie hat beispielsweise gezeigt, wie viele sich gerade jetzt ehrenamtlich für andere engagieren und Unterstützung leisten. Das ist wirklich beeindruckend. Die aktuelle Situation mahnt uns aber auch, die Pandemie nicht zu einer anhaltenden sozialen Krise werden zu lassen.

Viele Geflüchtete, die bereits einen Job gefunden hatten, mussten in den letzten Monaten und Wochen wieder bangen. Laut ersten Auswertungen sind Geflüchtete und Menschen mit Migrationsbiografie von Jobverlust und Arbeitslosigkeit derzeit stärker betroffen als andere. Das liegt auch daran, dass diese besonders häufig in Hotels und Gaststätten oder im Reinigungsgewerbe beschäftigt oder Leiharbeit nachgegangen sind. Die aktuelle Entwicklung droht daher ein großer Rückschlag für die bisher sehr erfolgreich verlaufene Integration am Arbeitsmarkt zu werden.

Damit sich diese Entwicklung nicht verstetigt, gilt es weiterhin Lösungen zu finden. Geflüchtete Frauen sind der Statistik nach hier besonders betroffen. Oft sind diese im Familienverbund nach Deutschland gekommen und demzufolge noch stärker mit Pflichten, wie der Versorgung von Kindern und Familienangehörigen betraut. Gerade hochqualifizierte Frauen mit Fluchtbiografie sehen sich eingeschränkten Zugangsmöglichkeiten zum Jobmarkt ausgesetzt. Das alles sind Themen, die wir im Jahr 2021 weiterhin angehen und begleiten müssen.

Auch in Bezug auf die weltweite Migration und Vernetzung von Menschen hat uns Corona die Augen geöffnet. Viele Menschen haben Angehörige, Partnerinnen und Partner, die sich auf der Flucht befinden oder in einem anderen Land leben. In Zeiten eines Lockdowns mit ausgesetztem Reiseverkehr waren diese Menschen großen Entbehrungen ausgesetzt und konnten sich nicht wie gewünscht treffen oder Unterstützung für Familienangehörige leisten. Auch das war eine Problematik, mit der wir im Büro der Landesbeauftragten für Migration und Teilhabe in zahlreichen Fällen konfrontiert waren und für die es weiterhin Lösungen zu finden gilt.

Schon in der biblischen Weihnachtsgeschichte geht es um die Themen Migration, Flucht und Vertreibung. Auch hier waren zahlreiche Menschen heimatlos und befanden sich auf der Suche nach Schutz und Obhut. Laut Angaben des UNHCR waren Ende 2019 weltweit über 79,5 Millionen Mensch auf der Flucht – unter ihnen viele Kinder und Jugendliche. Viele von ihnen harren derzeit in kalten und nassen Flüchtlingscamps unter widrigsten Bedingungen und unter erhöhter Ansteckungsgefahr aus. Auch wenn wir in Niedersachsen in den vergangenen Monaten bereits Sonderkontingente zur Aufnahme von Geflüchteten geschaffen haben, dürfen wir nicht nachlassen. Die Not dieser Menschen auch in Zeiten der Corona-Pandemie darf uns in Europa nicht kalt lassen, sondern erfordert unsere Verantwortung zum Handeln!

Die aktuelle Zeit kann uns neben großen Herausforderungen nämlich auch gesellschaftliche Prioritäten wieder neu aufzeigen – das Miteinander, die Solidarität und den Zusammenhalt. Für all das steht das Weihnachtsfest. Und so hat diese Botschaft der Hoffnung in diesem Jahr eine ganz besondere Kraft.

Wir wünschen Ihnen und Ihren Familien daher friedliche Weihnachtsfeiertage und einen guten Start in das Jahr 2021.

Herzliche Grüße

Doris Schröder-Köpf

 

Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der HERR, in der Stadt Davids.

Lukas 2,10-11