Landesbeauftragte begrüßt Gesetzentwurf der Bundesregierung zum ersten Migrationspaket

Der von der Ampelkoalition auf den Weg gebrachte Gesetzentwurf zum ersten Migrationspaket, der heute vom Kabinett beschlossen werden soll, widmet sich unter anderem den Themen Duldungen sowie Erwerbsmigration. Die Niedersächsische Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe, Doris Schröder-Köpf, begrüßt die vorgesehenen Anpassungen ausdrücklich:

„Das neue Migrationspaket ist ein Meilenstein und wird endlich dem Anspruch eines modernen Einwanderungslandes gerecht. Rechtlich lediglich geduldete Mitbürgerinnen und Mitbürger, die seit Jahren bei uns leben und sich vorbildlich einbringen, sollten endlich auch echte Perspektiven bekommen. Zudem müssen wir Erwerbsmigration weiterhin attraktiv gestalten – denn wir benötigen händeringend Fachkräfte.“

Weitere Informationen zum ersten Migrationspaket der Bundesregierung finden Sie hier:

https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/zuwanderung-profitieren-werden-unzaehlige-unternehmen-ampelkoalition-bringt-erstes-migrationspaket-auf-den-weg/28481748.html

Bekanntgabe Preisträger Niedersächsischer Integrationspreis 2022

Integration von Kindern und Jugendlichen – gemeinsam stark in die Zukunft! Weil und Schröder-Köpf geben Preisträgerinnen und Preisträger des Niedersächsischen Integrationspreises 2022 bekannt.

Ministerpräsident Stephan Weil hat am (heutigen) Dienstag gemeinsam mit der Landesbeauftragten für Migration und Teilhabe, Doris Schröder-Köpf, http://www.migrationsbeauftragte-niedersachsen.de und dem Bündnis „Niedersachsen packt an“ die Preisträgerinnen und Preisträger des Niedersächsischen Integrationspreises 2022 www.niedersächsischer-integrationspreis.de bekannt gegeben.

Mit dem Wettbewerb zeichnet das Land Niedersachsen nachhaltige Projekte und engagierte Menschen aus, die sich in besonderer Weise mit neuen Ideen dafür engagieren, dass Integration von Kindern und Jugendlichen gefördert und umgesetzt wird. Die Beispiele und Projekte mögen dann gerne der Nachahmung dienen.

Der Preis ist mit insgesamt 24.000 Euro (4 x 6.000 Euro) dotiert. Das diesjährige Motto des Integrationspreises lautet „Integration von Kindern und Jugendlichen – gemeinsam stark in die Zukunft!“.

Das Bündnis „Niedersachsen packt an“ zeichnet zudem eine Bewerberin beziehungsweise einen Bewerber mit einem Sonderpreis aus und unterstützt deren/dessen Engagement mit einem Preisgeld in Höhe von 6.000 Euro.
Der Integrationspreis wird bereits zum dreizehnten Mal und der Sonderpreis zum siebten Mal vergeben.

Aus 150 Bewerbungen und Vorschlägen hat die Jury unter dem Vorsitz von Doris Schröder-Köpf die folgenden Preisträgerinnen und Preisträger ausgewählt:

• Begegnungszentrum KAISER 19, DRK Landesverband Oldenburg e.V., Oldenburg
• Ev.-luth. Elisabeth Kirchengemeinde Langenhagen, Region Hannover
• Bonveno Göttingen gGmbH, Göttingen
• Kooperation der Aue-Mehde-Grundschule Zeven mit dem St.-Viti-Gymnasium Zeven, Rotenburg (Wümme)

Beim Sonderpreis des Bündnisses „Niedersachsen packt an“ entschied sich die Jury für:
• Mehrgenerationenhaus (MGH) Courage e.V. – Migrationsberatung, Kinder-Eltern-Kontaktstelle (KEKS), Harburg

Mit Integrationserfolgen in jungen Jahren werden die Weichen gestellt und prägen die späteren Chancen auf Erfolg und Teilhabe. Aus diesem Grund hat die Integration von zugewanderten Kindern und Jugendlichen eine ganz besondere Bedeutung und stellt eine der wichtigsten Zielgruppen dar.
Integration hat gerade in diesen Zeiten einen besonders hohen Stellenwert. Gesellschaftliche Teilhabe ist relevanter als je zuvor, ganz unabhängig von Herkunft, Kultur, Alter, Geschlecht, Religion, wirtschaftlicher oder finanzieller Situation.
Es ist der Niedersächsischen Landesregierung ein wichtiges politisches Anliegen, die vielfältigen Potentiale verschiedener Institutionen, Verbände, Vereine, Initiativen, Kindergärten, Schulen etc. zu aktivieren und besonders innovative und nachhaltige Ideen mit dem Niedersächsischen Integrationspreis auszuzeichnen.

Hintergrund und Terminhinweis
Die Preisübergabe soll Ende November im Rahmen einer Veranstaltung stattfinden.

Die Jury
Neben Doris Schröder-Köpf gehören in diesem Jahr zur Jury:

  • Sonja Anders, Chefdramaturgin und Intendantin des Schauspiel Hannover
  • Nariman Hammouti, Vorsitzende des Vereins „Deutscher Soldat e.V.“
  • Sabina Kaluza, Künstlerin und Präsidentin des „KreativRegion e.V.“
  • Maryam Mohammadi, Referentin vom Flüchtlingsrat Niedersachsen e.V. und
    Vorstandsmitglied vom Unterstützerkreis Flüchtlingsunterkünfte e.V.
  • Eliah Sakakushev-von Bismarck, Direktor der Villa Seligmann

    Die Preisträgerinnen und Preisträger

    Begegnungszentrum KAISER 19, DRK Landesverband Oldenburg e.V. mit dem Projekt
    „Miteinander. Füreinander – Kinder und Jugendliche im Blick: individuelle Förderung
    und gemeinsame Aktivitäten“


    Das Projekt wurde initiiert, um besonders zugewanderten und geflüchteten Kindern und
    Jugendlichen sowie deren Familien vielfältige und insbesondere auch nachhaltige
    Maßnahmen anzubieten, diese zu begleiten und zu fördern. Unterschiedliche Maßnahmen,
    u.a. eine umfangreiche Schülernachhilfe, Sprachförderung durch Ehrenamtliche, Hilfe und
    Unterstützung bei der Ausbildungsplatzsuche und dem Zugang zum Arbeitsmarkt gehören
    ebenso dazu wie auch die Betreibung eines Jugendtreffs mit zahlreichen Freizeitaktivitäten
    und Sport. Das Sommerprogramm „frische Luft statt Sofamuff“ war ein Highlight in den
    Sommerferien im letzten Jahr. Ehrenamtliche, darunter auch Schülerinnen und Schüler, die
    in der Vergangenheit selbst Angebote, wie z.B. Nachhilfe, wahrgenommen haben,
    engagieren sich für insgesamt 56 verschiedene Aktivitäten pro Woche. Ziel ist es, die Bildungs-
    ungleichheit von Kindern und Jugendlichen abzumildern und die Chancengleichheit zu fördern
    sowie den negativen Auswirkungen der Pandemie, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen,
    entgegenzuwirken. Das Jahr 2022 hat thematisch die ganzheitliche mentale und körperliche
    Gesundheit zum Schwerpunkt.

Ev.-luth. Elisabeth Kirchengemeinde Langenhagen, Region Hannover mit dem Projekt
„Lernhilfe“


Seit sechs Jahren unterstützen Ehrenamtliche Kinder und Jugendliche mit
Migrationshintergrund beim mündlichen und schriftlichen Erlernen der deutschen Sprache
und fördern sie auf dem jeweiligen individuellen Lernstand. Die Teilnehmerinnen und
Teilnehmer werden in altersgemäßen Kleingruppen von 13 Ehrenamtlichen in
Unterrichtsfächern der Sekundarstufe I und II unterrichtet. Neben der Hausaufgabenhilfe,
dem Training der Grundkenntnisse in Mathematik und Deutsch werden die Kinder und
Jugendlichen zudem auf schriftliche Prüfungen vorbereitet. Darüber hinaus sollen Regeln
des sozialen Miteinanders über Pausen-/Lernspiele und im Umgang untereinander vermittelt
werden. Die Kinder und Jugendlichen arbeiten einmal pro Woche jeweils nachmittags mit
den Ehrenamtlichen zusammen. Bei Bedarf finden für die Schülerinnen und Schüler weitere
Treffen statt. Die Ehrenamtlichen und die zugeordneten Kinder und Jugendlichen lernen über
längere Zeit zusammen, damit stabile Beziehungen untereinander entstehen. Als besondere
Aktion konnten im letzten Jahr neben der Lernhilfe zwei Schwimmkurse für die Nicht-Schwimmer
der Schülerinnen und Schüler mit dem DLRG organisiert werden.

Bonveno Göttingen gGmbH, Göttingen mit dem Projekt „BROTHERS –
Gewaltprävention bei (geflüchteten) Jugendlichen supported by HEROES“


Im Mittelpunkt steht das Coaching männlicher Jugendlicher mit Migrationshintergrund sowie
die Reflexion der Geschlechter zur Gestaltung unserer Gesellschaft. Die „BROTHERS“
orientieren sich am Konzept der Berliner Initiative „HEROES“ und erweitern deren Ansatz um
die Gruppe der geflüchteten Jugendlichen im ländlichen Raum. Die Modifizierung und
Übertragung des Projektes sind bisher einmalig in Niedersachsen. Nach dem Vorbild werden
die BROTHERS-Gruppen in Göttingen und Hann. Münden mit den BROTHERS-Workshops
miteinander verknüpft. Die Teilnehmer der Gruppen bilden einen Safe Space, in dem sie mit
Teamleitern in die Diskussion und die Selbstreflexion einsteigen und ggf. ein Training zum
Peer-Educator durchlaufen. In den Workshops, die mit Schulklassen und Jugendgruppen
durchgeführt werden, können die Projektteilnehmer dann selbst als Peer-Educator aktiv
werden. Themen wie Männlichkeit, Geschlechterrollen, Gleichberechtigung, Ehre, Respekt
und die Vermeidung von Gewalt, werden bei dem Austausch zwischen den Jugendlichen
diskutiert. Ziele des Projekts sind es, neben einer gewalt- und geschlechtersensiblen
Präventionsarbeit, die Identitätsentwicklung junger Männer und deren soziale Kompetenzen
zu verbessern.

Kooperation der Aue-Mehde-Grundschule Zeven mit dem St.-Viti-Gymnasium Zeven,
Rotenburg (Wümme) mit dem Projekt „1*11- Ich helf“


Bei dem Lernprojekt kommen dreimal pro Woche nachmittags Schülerinnen und Schüler des 11.
Jahrgangs des Gymnasiums als Lernhelferinnen und Lernhelfer in die Grundschule. Ziel
dabei ist das gemeinsame Lernen. Ein großer Teil der Lernhelferinnengruppe und
Lernhelfergruppe besteht aus Jugendlichen, die selbst einen Migrationshintergrund
mitbringen und ihre positiven Schul- und Lernerfahrungen an die Kinder „aus erster Hand“
weitergeben. Neben der Lernvermittlung und der daraus resultierenden Vorbildfunktion
stellen die Lernhelferinnen und Lernhelfer mit Migrationshintergrund auch eine spezielle
Identifikation für die Schülerinnen und Schüler dar. Aufgrund der erfolgreichen Erfahrungen
wurde das Projekt von Jahrgangsstufe 1 auf Jahrgangsstufe 2 erweitert. Die Leitung und
Organisation wird von dem Schulsozialarbeiter der Grundschule durchgeführt. Nach einer
Einweisung der Elftklässlerinnen und Elftklässler in die Fächer Deutsch und Mathematik
durch die Fachlehrkräfte lernen die Lernhelferinnen und Lernhelfer mit ihren zugeordneten
Kindern in Kleingruppen. Durch die gemeinsame Arbeit wird ein positives Lernklima
geschaffen und Integration tatsächlich gelebt. Alle beteiligten Schülerinnen und Schüler
sowie auch die Lernhelferinnen und Lernhelfer des Gymnasiums erleben dabei ein Wachsen
ihres Selbstbewusstseins und Selbstwertgefühles.

Sonderpreis des Bündnisses „Niedersachsen packt an“

Mehrgenerationenhaus (MGH) Courage e.V. – Migrationsberatung, Kinder-Eltern-Kontaktstelle (KEKS),
Harburg mit dem Projekt “Miteinander trotz Corona – Kinder durch die Pandemie begleiten“
Das Mehrgenerationenhaus Courage unterstützt seit Jahren Familien durch Beratung und
Betreuungsangebote. Selbstverständliche Bausteine zur Integration sind das Sprach-Café
für Frauen und die Lernförderung. Kinder und Jugendliche aus Familien mit Migrationshintergrund
erhielten gleich zu Beginn der Corona-Pandemie im Familienzentrum zusätzliche Unterstützung beim
Homeschooling und wurden mit technischen Hilfsmitteln wie PCs, Tablets etc. ausgestattet. Neben der Lernunterstützung ist die Förderung von sozialer und interkultureller Kompetenz ein wichtiger Aspekt im Mehrgenerationenhaus. In den Ferien werden deshalb regelmäßig Theaterworkshops, Ferienfreizeiten und Tagesausflüge angeboten. An den Angeboten nehmen Kinder mit Migrationshintergrund, aus bildungsfernen
Familien sowie Kinder aus unbelasteten Familien teil. In diesen heterogenen Gruppen bilden die Kinder und Jugendlichen einen wichtigen Teil der Gesellschaft und lernen zudem demokratische Strukturen und Werte kennen.

20220701 PI Bekanntgabe Preisträger Integrationspreis 2022.pdf

Veranstaltung der Konzerttour „Gurbet – 60 Jahre zu Hause in Niedersachsen“ in Salzgitter

Am Samstag, den 2. Juli fand in der Kulturscheune in Salzgitter-Lebenstedt die bereits siebte Veranstaltung der Gurbet-Tour „60 Jahre zu Hause in Niedersachsen“ statt, die die Föderation Türkischer Elternvereine in Niedersachsen e.V. anlässlich des 60. Jubiläums des Anwerbeankommens der Bundesrepublik Deutschland mit der Türkei mit acht Städten in Niedersachsen durchführt. Mit im Gepäck hat FöTEV-Nds die Migranten-Pop Band Shanaya. Schirmfrau der Veranstaltungsreihe ist die Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe, Doris Schröder-Köpf, die hierfür am Samstag nach Salzgitter gekommen war und ein Grußwort an die Gäste richtete. „Heute leben mehr als 3 Mio. Menschen mit familiären Wurzeln aus der Türkei in Deutschland, wovon rund 1,8 Mio. in Deutschland geboren sind. Insbesondere die erste Generation hat Niedersachsen mit aufgebaut, es zu dem gemacht, was es heute ist, unser Land bereichert, wirtschaftlich aber vor allem auch menschlich. Mittlerweile ist Niedersachsen seit vier Generationen für türkischstämmige Menschen ein Zuhause. Als Wissenschaftler*innen, Arbeiter*innen, Unternehmer*innen, Politiker*innen, Sportler*innen und Kulturschaffende bereichern sie das moderne Deutschland und sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken, “ so Schröder-Köpf.

Vorherige Stationen der Veranstaltungsreihe waren Peine, Hann. Münden., Verden, Hildesheim, Hameln und Stadthagen. Die Abschlussveranstaltung findet am 9. Juli vor dem Haus der Kulturen in Braunschweig statt.