Ministerpräsident Stephan Weil und Landesbeauftragte Doris Schröder-Köpf wünschen ein leuchtendes Chanukka-Fest

In diesem Jahr beginnt das jüdische Chanukka-Fest am 28. November. Von diesem Tag an bis zum 6. Dezember wird täglich eine Kerze am Chanukka-Leuchter, der Chanukkia, angezündet. Ministerpräsident Stephan Weil sendet aus diesem Anlass beste Wünsche an alle jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger in Niedersachsen:

„Gerade in der derzeitigen Situation kann das besinnliche Chanukka-Fest, das ja ein achttägiges Lichterfest ist, bestärken und Hoffnung spenden. Unseren jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern wünsche ich – trotz aller nötigen pandemiebedingten Vorsichtsmaßnahmen – eine schöne Zeit mit der Familie, eine Zeit der Einkehr und der Zuversicht. Den Kindern wünsche ich viel Freude mit den kleinen Geschenken, die das Chanukka-Fest für sie mit sich bringt. Ermutigung und Zukunftsglaube spielen bei diesem Fest eine zentrale Rolle und genau das können viele Menschen gerade jetzt – angesichts der bedrohlichen Coronalage – gut gebrauchen.“ 

Auch die Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe, Doris Schröder-Köpf, sendet herzliche Grüße zum Lichterfest: „Chanukka Sameach“ – ein schönes Chanukka-Fest wünsche ich Ihnen, liebe jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger. Lichtblicke, die können wir derzeit alle wirklich brauchen – und dafür steht das Chanukka-Fest. Das symbolische Anzünden der Kerzen nach Einbruch der Dunkelheit erinnert nicht nur an frühere Wunder, sondern steht auch für Erleuchtung in Bezug auf aktuelle Ängste und Sorgen. Mögen die Lichter der Chanukkia die Finsternis der trüben Jahreszeit erhellen und Ermutigung angesichts vieler Belastungen schenken.“

Hintergrund:

Das jüdische Chanukka oder auch Lichterfest wird 2021 vom 28. November bis zum 06. Dezember begangen. Eingeführt wurde das Fest im jüdischen Jahr 3597 (164 v. Chr.). Gefeiert wird in dieser Zeit die Wiedereinweihung des zweiten jüdischen Tempels in Jerusalem nach dem Sieg über die syrische Dynastie der Seleukiden. Gedacht wird auch der Zeit, in der Israel unter der griechischen Herrschaft leiden musste. Gefeiert wird zu Chanukka abends im Kreis der Familie, dabei wird aus der Tora vorgelesen und an die Vergangenheit gedacht. Die Kinder bekommen an jedem der acht Feiertage kleine Geschenke. Zum Festmahl werden meist Ölspeisen gereicht, wie zum Beispiel Krapfen und Latkes (kleine, frittierte Kartoffelpuffer). Diese sollen an das Wunder des brennenden Öls im Tempel erinnern. Nach Einbruch der Dunkelheit wird täglich eine Kerze der Chanukkia angezündet, einem acht- oder neunarmigen Kerzenleuchter. Acht sind für die acht Tage, der neunte ist der „Lichterhalter“ – in ihm steckt die Kerze, mit der man die anderen erleuchtet.

Zweite berührende Lesung: „Die Geschichte einer Flucht – von Raqqa nach Celle“ am 5. November in Celle in der Halle 19 des Schloßtheaters

In einer vollen HALLE 19 fand am 05. November die zweite Lesung aus Rauda Al-Tahas „Geschichte einer Flucht von Raqqa nach Celle“ statt. Die erste Lesung hatte auf Einladung der Niedersächsischen Landesbeauftragen für Migration und Teilhabe, Doris Schröder-Köpf, am 29. September im Gästehaus der Niedersächsischen Landesregierung stattgefunden.

Eingangs dankte Schlosstheater-Geschäftsführerin Katharina Lohmann der Landesbeauftragen Schröder-Köpf sowie der Stadträtin für Soziales und Kultur der Stadt Celle, Susanne McDowell, ohne deren Hilfe weder das Buch als Zeitdokument noch die Veranstaltung zu Stande gekommen wären.

Schlosstheater-Schauspielerin Johanna Marx las ausgewählte Passagen, die ein intensives Bild der syrischen Heimat Raqqa, der kulturellen Liebe, der bedrohlichen Kriegssituation, der bedrückenden Flucht und des allmählichen Ankommens in der neuen Heimat Niedersachsen entstehen ließen. Für musikalische Untermalung sorgten Mitglieder des Ensembles IBTAHIDSCH unter der Leitung von Dr. Claudia Ott. Die orientalische Musik rahmte die Veranstaltung würdig ein. Im langanhaltenden Applaus holte Johanna Marx die Autorin Rauda Al-Taha und ihre drei Töchter auf die Bühne.

In Ihren Grußworten hatten Susanne McDowell und Doris Schröder-Köpf, die Bedeutung der Flüchtlings- und Integrationspolitik betont und die wichtige Rolle der ehrenamtlichen Integrationshelfer*innen herausgestellt. Doris Schröder-Köpf mahnte eindringlich, das Thema Flucht und Migration nicht aus den Augen zu verlieren und mit Anstand und Werten von Demokratie und Freiheit europaweit zu agieren und zu integrieren.

Der Eintritt war frei, es wurden Spenden für die auch im Buch erwähnten Malteser gesammelt, namentlich für das Vorleseprojekt, das sich speziell an geflüchtete Kinder und Familien richtet. Über 900 €uro kamen zusammen. Das Geld wird den Maltesern in der kommenden Woche übergeben.

Das Schlosstheater Celle ist Teil der Bewegung DIE VIELEN und hat mit SOUL ALMANYA eine musikalische Stückentwicklung gemeinsam mit Geflüchteten auf die Bühne gebracht. Die Themen Flucht und Vertreibung, Integration und Miteinander, Toleranz und Offenheit, Buntheit und Vielfalt gehören für das Schlosstheater zum Arbeitsalltag und in verschiedenen Formen auf die Bühnen.

60 Jahre Anwerbeabkommen Deutschland-Türkei

Zusammen mit der Stadt Hannover richtete die Niedersächsische Staatskanzlei am 08. November im Congress Center Hannover die Feierlichkeiten anlässlich des Jubiläums „60 Jahre Anwerbeabkommen Deutschland-Türkei“ aus. Gekommen waren neben Oberbürgermeister Belit Onay und der Landesbeauftragten für Migration und Teilhabe, Doris Schröder-Köpf, auch zahlreiche Gäste aus Zivilgesellschaft, von Vereinen und Organisationen sowie aus der Politik.

Neben Interviews mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen gab es ergreifende Reden und musikalische Klänge, welche die deutsch-türkische Freundschaft priesen. Geehrt und gewürdigt wurde vor allem auch die große Lebensleistung zugewanderter „Gastarbeiterinnen und Gastarbeiter“ sowie deren Nachkommen, die den heutigen Wohlstand mit ermöglicht haben. In ihrer Rede ging auch die Landesbeauftragte darauf ein, wie sehr Niedersachsen durch türkische Zuwanderung geprägt und gestaltet wurde – sowohl kulturell, als auch menschlich und in Bezug auf das Arbeitsleben.

Weitere Informationen finden Sie hier:

https://www.hannover.de/Service/Presse-Medien/Landeshauptstadt-Hannover/Aktuelle-Meldungen-und-Veranstaltungen/Festakt-zum-60.-Jahrestag-des-Anwerbeabkommens-mit-der-T%C3%BCrkei

Integration in Zeiten von Corona – Festakt zur Verleihung des Niedersächsischen Integrationspreises

Am 11.10. 2021 wurde der Niedersächsische Integrationspreis verliehen. Ministerpräsident Stephan Weil und die Landebeauftragte für Migration und Teilhabe Doris Schröder-Köpf ehrten die Preisträgerinnen und Preisträger.

Die Preisverleihung am 11.10.2021 stand unter dem Motto „Integration in Zeiten von Corona“ und ist mit insgesamt 24.000 Euro (vier Mal je 6.000 Euro) dotiert – der Preis wurde in diesem Jahr zum zwölften Mal vergeben. Die Bündnisse „Niedersachsen packt an“ und „Niedersachsen hält zusammen“ zeichneten zudem jeweils eine Preisträgerin beziehungsweise einen Preisträger mit einem Sonderpreis aus und unterstützten deren Engagement mit einem Preisgeld in Höhe von ebenfalls je 6.000 Euro.

Das Bündnis „Niedersachsen packt an“ vergab seinen Sonderpreis bereits zum sechsten Mal, während das im Jahr 2020 gegründete Bündnis „Niedersachsen hält zusammen“ erstmals einen Preis verlieh. Die Preisverleihung erfolgte im Rahmen eines Festaktes ab 19 Uhr im Alten Rathaus in Hannover mit rund 150 geladenen Gästen im Alten Rathaus. Die Veranstaltung wurde von Jan Egge Sedelies moderiert. Mit der Wahl des Mottos „Integration in Zeiten von Corona“ knüpfen Ministerpräsident Weil und Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe, Schröder-Köpf, direkt an die bisherige Arbeit der beiden Bündnisse „Niedersachsen packt an“ und „Niedersachsen hält zusammen“ an. Die Corona-Pandemie habe gezeigt, so die Landesbeauftragte, wie viele Ehrenamtliche sich für die Integration ihrer Mitbürgerinnen und Mitbürger bemüht hätten und tolle neue, innovative Wege gegangen seien.

Weitere Informationen zum Integrationspreis finden Sie hier:

https://www.niedersaechsischer-integrationspreis.de/

Integration in Zeiten von Corona – Weil und Schröder-Köpf ehren die Preisträgerinnen und Preisträger des Niedersächsischen Integrationspreises 2021

Ministerpräsident Stephan Weil und die Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe, Doris Schröder-Köpf, werden am heutigen Montag, den 11. Oktober 2021, in Hannover gemein­sam mit der Jury den Niedersächsischen Integrationspreis 2021 verleihen. Der Preis steht unter dem Motto „Integration in Zeiten von Corona“ und ist mit insgesamt 24.000 Euro (vier Mal je 6.000 Euro) dotiert; er wird in diesem Jahr zum zwölften Mal vergeben. Die Bündnisse „Niedersachsen packt an“ und „Niedersachsen hält zusammen“ zeichnen zudem jeweils eine Preisträgerin beziehungsweise einen Preisträger mit einem Sonderpreis aus und unterstützen deren Engagement mit einem Preisgeld in Höhe von ebenfalls je 6.000 Euro. Das Bündnis „Niedersachsen packt an“ vergibt seinen Sonderpreis bereits zum sechsten Mal, während das im Jahr 2020 gegründete Bündnis „Niedersachsen hält zusammen“ erstmals einen Preis vergibt. Die Preisverleihung erfolgt im Rahmen eines Festaktes ab 19 Uhr im Alten Rathaus in Hannover mit rund 150 geladenen Gästen im Alten Rathaus. Die Veranstaltung wird von Jan Egge Sedelies moderiert.

Mit der Wahl des Mottos „Integration in Zeiten von Corona“ knüpfen Ministerpräsident Weil und Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe, Schröder-Köpf, direkt an die bisherige Arbeit der beiden Bündnisse „Niedersachsen packt an“ und „Niedersachsen hält zusammen“ an.

Die Corona-Pandemie habe in vielen Bereichen Spuren hinterlassen, auch in der Integrationsarbeit, so Ministerpräsident Stephan Weil: „Wichtige Anlaufstellen und Treffpunkte wurden vorübergehend geschlossen – statt um Integration ging es plötzlich mehr um Isolation. Doch in der Krise haben wir auch starken Zusammenhalt und großes Engagement erlebt. Das zeigt sich beim diesjährigen Integrationspreis, für den rund 200 Bewerbungen eingegangen sind. Viele niedersächsische Vereine, Verbände, Initiativen, Stiftungen, Schulen und Kindergärten haben sich trotz oder gerade wegen der Corona-Pandemie besonders engagiert, vor allem auch für Kinder und Jugendliche, die besonders unter den Auswirkungen der Pandemie zu leiden hatten. Es wurden digitale Brücken gebaut, Aktionen und Angebote nach draußen verlagert – vom „Rollenden Regal“ mit Büchern, Spielen und Obst bis hin zu Podcast- und Videoproduktionen. In Zeiten von Abstand und Distanz wurden Mittel gefunden und Wege geschaffen für Gemeinschaft und Nähe. Allen Engagierten gilt mein herzlicher Dank, den Preisträgerinnen und Preisträgern zudem mein herzlicher Glückwunsch!“

Der Niedersächsische Landesregierung ist es ein wichtiges politisches Anliegen, die vielfältigen Potentiale der von der Jury ausgewählten Vereine, Initiativen etc. mit dem Niedersächsischen Integrationspreis auszuzeichnen. Diese stehen gleichzeitig stellvertretend für viele Akteurinnen und Akteure mit ähnlichen Projekten.

Ein wesentliches Ziel des Niedersächsischen Integrationspreises ist es, gute Projekte und Ansätze öffentlich zu machen und gleichzeitig dazu zu ermuntern, derartigen Beispielen zu folgen und neue Ideen zu entwickeln. Aus diesem Grund gibt es eine eigene neu erstellte Website, die am Montag, den 11. Oktober freigeschaltet wird. Unter  www.niedersächsischer-integrationspreis.de sind alle eingereichten Projekte der Jahre 2018 bis 2021 auf einer interaktiven Niedersachsenkarte dargestellt. Zudem bietet die Website weitere Informationen zum Integrationspreis, wie zum Beispiel Jurymitglieder, Pressemitteilungen, Ausschreibungsflyer sowie Videoclips zu den Projekten der Preisträgerinnen und Preisträger.

Niedersächsischer Integrationspreis 2021

Die Jury

Neben Doris Schröder-Köpf gehören in diesem Jahr zur Jury: Prof. Dr. Melanie M. Brinkmann, Virologin und Professorin an der Technischen Universität Braunschweig, Eliah Sakakushev-von Bismarck, Direktor der Villa Seligmann, Nariman Hammouti, Vorsitzende des Vereins „Deutscher Soldat e.V.“, Sabina Kaluza, Künstlerin und Präsidentin des „KreativRegion e.V.“, sowie die Bürgermeister Witali Bastian, Bürgermeister der Gemeinde Molbergen und Frank Seidel, Bürgermeister der Gemeinde Weyhe.

Die Preisträgerinnen und Preisträger

AWO Freizeit- und Begegnungsstätte „Frisbee“, Oldenburg

Die AWO Freizeit- und Begegnungsstätte „Frisbee“ steht Kindern und Jugendlichen seit Jahren mit einem Angebot im Bereich Freizeit, Bildung und Betreuung zur Seite. „Frisbee“ versteht sich in erster Linie als sozialpädagogische Einrichtung mit qualifizierter pädagogischer Präsenz und Betreuung der jungen Leute. Im Projekt „Frisbee“ gibt es ein Tonstudio zur Nutzung für junge Menschen, die im Stadtteil leben. In der Corona-Pandemie startete das Projekt mit dem Motto „Auf die Bühne-Fertig-Los!“. Hier wird Interessierten die Möglichkeit gegeben, ihre Talente auf einer Bühne zu präsentieren und nach entsprechender Bearbeitung im Tonstudio in den sozialen Netzwerken hochzuladen. Präsentiert werden kann nicht nur Musik, sondern beispielsweise auch Poetry Slam, Zauberei, Tanz oder Comedy. Die Verantwortlichkeit und Anleitung des Tonstudios teilen sich vier junge Erwachsene mit Zuwanderungsgeschichte, die Stammbesucher der Einrichtung sind, und die sich in ihrer Freizeit gerne im Musikbereich engagieren. Die Künstlerinnen und Künstler bekommen positives Feedback zu ihren Produktionen und können so auch neue Kontakte zu Gleichgesinnten knüpfen – Integration findet in Peergroups statt. 

Grundschule Bad Münder, Hameln-Pyrmont

Seit März 2020 senden die Kinder der Grundschule Bad Münder – anfangs täglich, später dann wöchentlich – den „Miteinander-Podcast“. Ziel des Podcasts ist es, die Schulgemeinschaft fortbestehen zu lassen, Kinder und Erwachsene zu informieren und zu unterhalten sowie dem Miteinander eine menschliche Stimme zu geben. Bestandteil des Sendungsformats sind verschiedene Rubriken. Seit Beginn des laufenden Schuljahres lautet das Format „Wir sind Kinder einer Welt“. In jeder Produktion stellen die Kinder der Redaktion ein Land mit Geräuschen, Musik und kurzen Beschreibungen vor, bevor sie dann einen Erwachsenen interviewen, der speziell die Situation der Kinder in diesem Land beschreibt, zu dem Thema, wie Schule und Leben in Zeiten von Corona bewältigt werden. Ebenso haben sich im Podcast bereits Bundespräsident Steinmeier, Landtagspräsidentin Andretta und Ministerpräsident Weil mit einer Mut-Mach-Botschaft gemeldet. Pro Podcast-Folge sind es ca. 700 Hörerinnen und Hörer; die Beiträge sind zusätzlich auch auf dem Regionalsender radio aktiv in der Sendung Lollipop zu hören.

KRASS e.V. vor Ort Lüneburg – Kulturelle Bildung für Kinder und Jugendliche, Lüneburg

KRASS e.V. ist ein Verein kultureller Bildung für Kinder und Jugendliche. Das Team KRASS e.V. vor Ort in Lüneburg besteht aus Kunsttherapeuten, Kunst- Theater- und Tanz-Pädagogen sowie ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern – einige von ihnen selbst mit Zuwanderungsgeschichte. Ab März 2020 waren aufgrund der Coronakrise Gruppenangebote nicht mehr möglich, weshalb ein alternatives Konzept erstellt worden ist. Ziel ist es, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht alleine zu lassen und ihnen eine andere Möglichkeit für kreatives Miteinander zu bieten. Es wurden wöchentlich Videos mit künstlerischer Anleitung per Handy erstellt (zum Beispiel das Malen von Krafttieren oder das Mittanzen in der Hip-Hop-Gruppe), um die Kinder zum Mitmachen zu motivieren. Außerdem wurden Materialpakete an die Kinder ausgeteilt, bis an vier Standorten wieder wöchentlich Kurse mit kleinen Gruppen angeboten werden konnten. Darüber hinaus wurde während des zweiten Lockdowns ein You-Tube-Kanal als Plattform des Austausches, der Anregung und der virtuellen Begegnung gestaltet sowie als Chance, Integration in einer neuen Form zu erleben. Durch Sachspenden konnten einzelnen Kindern Leihendgeräte zur Kommunikation zur Verfügung gestellt werden. Mit den zahlreichen Angeboten werden regelmäßig ca. 100 Kinder und Jugendliche erreicht.

Migrationsbeirat der Stadt Osnabrück, Osnabrück

Auf Impuls und Grundlage des Migrationsbeirates wurde im Stadtrat Osnabrück ein kommunalpolitisch orientiertes Mentoringprojekt für interessierte Migrantinnen und Migranten beschlossen. Die Verwaltung entwickelte in Kooperation mit dem Migrationsbeirat und mit Unterstützung der im Rat vertretenen Fraktionen ein Konzept mit dem Titel „DEMOKRATIE. MACHT. INTEGRATION“, welches mit dem Ziel startete, Interessierte für eine Kandidatur bei der Kommunalwahl im September 2021 oder für eine Mitarbeit im Migrationsbeirat zu gewinnen. Es fanden sich 60 Bewerberinnen und Bewerber sowie 19 Mentorinnen und Mentoren, die an dem Mentoringprojekt teilnehmen wollten. Aufgrund der Corona-Pandemie erfolgte das Mentoring-Programm nicht wie geplant in Präsenzveranstaltungen, sondern die Mentees lernten das kommunalpolitische Alltagsgeschäft in Einzelgesprächen, Online-Fraktionsveranstaltungen sowie Ausschuss- und Ratssitzungen kennen. Die Verwaltung und der Migrationsbeirat begleiteten die Akteurinnen und Akteure mit Informationen und Hinweisen zu den Veranstaltungen. Neben Inhouse-Workshops für die Vermittlung von Schlüsselkompetenzen wurden auch in digitaler Form zahlreiche Fortbildungsangebote von Bildungsträgern zu Demokratiekompetenz und politischer Partizipation angeboten.

Kooperation der BBS Wechloy, der IHK Oldenburg und des pro:connect e.V. der Stadt Oldenburg, Oldenburg

(Sonderpreis des Bündnisses „Niedersachsen packt an“)

Integration findet in der BBS Wechloy in der dualen Ausbildung und in den Berufseinstiegsklassen statt und ist fester Bestandteil des Schulprogramms zur Förderung der sozialen und interkulturellen Kompetenzen. Bei dem Modellprojekt „Ausbildung 1+2 – starten mit Erfolg“, einer Kooperation der BBS Wechloy, der IHK Oldenburg und des pro:connect e.V., wird für die Zielgruppe junger Geflüchteter den 2-jährigen Ausbildungsberufen Verkäufer/in und Fachlagerist/in ein „Jahr 0“ vorgeschaltet, um intensive Sprachförderung, Sprachentwicklung, Rechenunterricht, Kulturelle Bildung sowie Vermittlung von Fachvokabular zu ermöglichen. Die Auszubildenden befinden sich dabei von Beginn an in einem Ausbildungsverhältnis und erhalten eine Ausbildungsvergütung. Sie besuchen im Jahr „0“ an drei Tagen die BBS Wechloy und werden an zwei Tagen in den Betrieben ausgebildet. Ergänzend dazu werden die Auszubildenden durch den Verein pro:connect bei Problemen im Alltag unterstützt und beraten. Ziel des Projektes ist die Vermeidung von Ausbildungsabbrüchen, die Vermeidung von Brüchen in der Berufs- und Lebensplanung sowie die berufliche Integration durch Sprache. Die Stärkung des Miteinanders in den Klassen durch gemeinsamen Unterricht in der dualen Ausbildung wird durch das Projekt initiiert. Im bisherigen Projektzeitraum konnten ca.120 Geflüchtete an das duale Ausbildungssystem herangeführt und 38 Ausbildungsverträge erfolgreich abgeschlossen werden. In Corona-Zeiten erfolgt die Beschulung mittels digitalem Lernmanagementsystem Moodle. Austausch, Beratung und Unterstützung erfolgen durch Videokonferenzen im Verbund und individuell mittels BigBlueButton (Videotool). Die technische Ausstattung wurde bei Bedarf durch die BBS Wechloy oder den Betrieb zur Verfügung gestellt.

SPATS e.V., Hannover

(Sonderpreis des Bündnisses „Niedersachsen hält zusammen“)

Unter dem Dach des SPATS e.V. (Solidarisch-Präventiv-Attraktiv-Tatkräftig-Sozial) haben sich fünf Einrichtungen zusammengeschlossen: das Na-Du Kinderhaus, der Stadtteilbauernhof, der Nachbarschaftsdienstladen, das Projekt Wohnzufriedenheit und das Senior*innen-Aktiv-Zentrum. Das Besondere ist, dass der SPATS e.V. das Zusammenleben im Stadtteil lebendig gestaltet, Menschen aller Altersgruppen anspricht, einbindet und zusammenführt. In der Corona-Pandemie entschieden sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des SPATS e.V. dafür, präsent zu bleiben. Sie blieben vor Ort, waren und sind oft die einzigen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner und entwickelten niedrigschwellige sowie zielgruppenspezifische Angebote. Beispielhaft ist der „Mittagstisch@home“ des NaDu Kinderhauses zu nennen, bei dem Familien wöchentlich kostenlos ein vollwertiges Mittagessen erhielten oder das „Rollende Regal“, bei dem ein Regal mit Büchern, Spielen und Beschäftigungsanregungen sowie verpacktes Obst und Gemüse für Kinder bereitgestellt wurde. Der Stadtteilbauernhof organisierte unter anderem tägliche Spaziergänge mit zwei Kindern und gegebenenfalls Tieren (Esel, Pony) oder Spiele für den gesamten Stadtteil am Zaun des Außengeländes. Für den Nachbarschaftsdienstladen nähten Migrantinnen ehrenamtlich Mund-Nasen-Masken und das Projekt Wohnzufriedenheit führte zum Beispiel auf Rundgängen Kurzberatungen zu Mietangelegenheiten durch. Eine Briefaktion in mehreren Sprachen an 80 Seniorinnen und Senioren fand beispielsweise im Senior*innen­Aktiv­Zentrum statt.

Nachstehend der Link zu den Videoclips der Preisträger:

https://www.bcv-content.de/NdsStaatskanzlei_Integrationspreis2021/MASTERFILES/

Pressemitteilung

Zeitzeug*innengespräch zum Thema Flucht und Migration

Fluchterfahrung verbindet


Am 3. Oktober fand auf Einladung der Landesbeauftragten für Migration und Teilhabe, Doris Schröder-Köpf, der Landesbeauftragten für Heimatvertriebene, Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler, Editha Westmann, und des Museums Friedland ein Zeitzeug*innengespräch zum Thema Flucht und Migration statt.

Nather Henafe Alali, Ursula Dorn, Noura Labanieh, Sabrina Rahimi und Christel Svenson stehen für ganz unterschiedliche Generationen von Menschen – vom Nachkriegsdeutschland bis in die Gegenwart – die von Flucht und Vertreibung betroffen waren. Am vergangenen Sonntag waren sie die Gäste eines ersten Zeitzeug*innengespräches im Göttinger Kino Méliès. Unter der Überschrift „Fluchtpunkt Niedersachsen: Ankommen gestern – heute – morgen“ teilten sie mit den Zuhörer*innen ihre ganz persönlichen Fluchterfahrungen und berichteten über ihre Aufnahme hier in Deutschland und Niedersachsen. Bei aller Unterschiedlichkeit der Fluchtursachen und Fluchtwege war bei den Zeitzeug*innen viel Verständnis für die jeweils anderen zu spüren.

 „Diese generationenübergreifenden Gespräche haben sehr deutlich gezeigt, dass die traumatische Fluchterfahrung aber auch das schwierige Ankommen in einem fremden Land sehr ähnlich sind. Dieses Wissen um das verbindende Element der Fluchterfahrung ist eine wichtige Grundlage für eine tolerante und vielfältige Gesellschaft.“, begründet Doris Schröder-Köpf ihre Unterstützung für die Zeitzeug*innengespräche.

„Ich bin ausgesprochen dankbar, dass diese Veranstaltung in Göttingen zustande gekommen ist. Es ist wirklich höchste Zeit, die persönlichen Geschichten, gerade der hochbetagten Zeitzeugen, zu sammeln. Man darf sie aber nicht nur sammeln, sondern muss sie auch zugänglich machen und zur Beschäftigung mit ihnen anregen. Anknüpfungspunkte hierfür gäbe es viele.“, betont Editha Westmann.

Die Runde wurde vom NDR-Journalisten Jan Starkebaum moderiert. Das zweite Zeitzeug*innengespräch findet am 7. November in Hannover statt. Inhaltlich stehen dann Aussiedler*innen, Spätaussiedler*innen und Einwanderer*innen mit jüdischen Wurzeln im Mittelpunkt.

Über das Museum Friedland

Das als außerschulischer Lernstandort anerkannte Museum Friedland wurde 2016 eröffnet. Es erforscht, sichert, präsentiert und vermittelt die Geschichte und Gegenwart des Grenzdurchgangslagers Friedland. Wechselausstellungen lenken in historischer und gegenwartsorientierter Perspektive zudem den Blick auf die vielschichtigen Prozesse von Abschied, Ankunft und Neubeginn im Allgemeinen sowie von Migrationspolitik, gesellschaftlicher Teilhabe, Grenzen, Identitäten und Zugehörigkeiten, Kriegsfolgen, Menschenrechten und Asyl im Speziellen.

Das Museum Friedland ist mittwochs bis sonntags zwischen 10 und 18 Uhr geöffnet. Für alle Fragen rund um den Besuch im Museum Friedland ist der Besucherservice telefonisch unter 05504/8056-200 oder per E-Mail unter besuch@museum-friedland.de zu erreichen.

Schröder-Köpf lädt zur Lesung: „Die Geschichte einer Flucht – von Raqqa nach Celle“ ins Gästehaus der Landesregierung

Die von der Niedersächsischen Landesbeauftragten für Migration und Teilhabe veröffentlichte
Fluchtgeschichte der Syrerin Rauda Al-Taha wurde in Anwesenheit der Autorin in einer ergreifenden Lesung vorgestellt

Die Veröffentlichung der Fluchtgeschichte von Rauda Al-Taha war eine Herzensangelegenheit von Frau Schröder-Köpf um das Augenmerk auf den einzelnen zu uns geflüchteten Menschen und sein ganz individuelles Schicksal zu lenken. Es ist kein Buch über die Geflüchteten, sondern es sind die eigenen, sehr persönlichen Einblicke einer Frau, die mit ihrem Mann und ihren drei kleinen Kindern aus Raqqa in Syrien flieht. Rauda Al-Taha hat ihre Flucht eindrücklich dokumentiert – Erinnerungen an das Leben in der Heimat vor und während des Krieges, die gefährliche Flucht, das Gefühl von Verlust und Heimweh – aber auch den Neustart in Celle.

Die Erinnerungen von Rauda Al-Taha wurden in der Lesung, zu der die Landesbeauftrage am 29. September ins Gästehaus der Niedersächsischen Landesregierung eingeladen hatte, von der Schauspielerin Irene Kugler in sehr empathischer Weise vorgetragen und musikalisch durch den auch aus Syrien geflüchteten Oud-Spieler, Ahed Nofal, untermalt.

„Mich hat die sehr sinnliche und sehr berührende Erzählung der langen Flucht von Frau Al-Taha und ihrer Familie von Anfang an in den Bann gezogen. Diese emotionale Reise, auf die uns diese starke, selbstbewusste Autorin mitnimmt, ist eine sehr persönliche. Zugleich spiegelt sie das Schicksal Millionen von Menschen wieder, die ihre Heimat vor Krieg, Zerstörung oder Terror verlassen mussten. Was dieser Verlust und die damit verbundenen Sorgen für das einzelne „Menschsein“ wirklich bedeutet, erzählt uns Frau Al-Taha. Frau Kugler ist es in ihrer Lesung auf wunderbare Weise gelungen, all dies mit ihrer Stimme zu transportieren und der poetischen Sprache der Autorin besonderen Ausdruck zu verleihen.“

Frau Al-Taha und Frau Schröder-Köpf lernten sich 2019 bei einer Veranstaltung der Landesbeauftragten im Begegnungszentrum „Frauen(t)räume – Räume für Frauen“ im Celler Stadtteil Vorwerk kennen, wo Frau Schröder-Köpf erstmalig aus dem Manuskript von Frau Al-Taha lesen durfte und zutiefst bewegt war von der Geschichte und der poetischen Sprache. Verwirklicht wurde die Publikation in Kooperation mit der Stadträtin für Soziales und Kultur der Stadt Celle, Susanne McDowell, die die Lesung im Anschluss an Frau Schröder-Köpf auch mit einem Grußwort bereicherte. „Wir danken Frau Al-Taha, dass sie uns heute in dieser Lesung erneut an ihrer ergreifenden Geschichte teilhaben lässt. Ferner danken wir nochmals allen an der Erstellung dieser Publikation beteiligten Personen, denn genau das ist es, was wir als Gesellschaft derzeit mehr denn je brauchen: Mitgefühl und Interesse für das Schicksal und das Leben anderer Menschen,“ so Schröder-Köpf und McDowell.

Exemplare der 110 Seiten starken Fluchtgeschichte – die neben der deutschen Übersetzung auch den arabischen Originaltext sowie private Fotos und Zeichnungen enthält – können beim Verbindungsbüro der Landesbeauftragten für Migration und Teilhabe unter migrationsbeauftragte@stk.niedersachsen.de oder bei der Stadt Celle unter stadt@celle.de angefordert werden.

Landesbeauftragte empfängt türkische Generalkonsulin zum Austausch

Am 06. September empfing die Niedersächsische Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe, Doris Schröder-Köpf, die Generalkonsulin der Republik der Türkei in Hannover, Gül Özge Kaya, zu einem Austausch in der Niedersächsischen Staatskanzlei. Weiterlesen

Wöchentlich Anschläge auf Flüchtlingsheime in Deutschland

Das Bundesinnenministerium hat in seiner Antwort auf die „Kleine Anfrage“ der Links-Fraktion vorläufige Zahlen zu Übergriffen auf Flüchtlingsunterkünfte vorgelegt. Im ersten Halbjahr konnten die Behörden 34 Vorfälle verzeichnen, was bedeutet, dass es jede Woche einen Anschlag gibt. Weiterlesen

Kontaktinfo zur Anlaufstelle des Auswärtigen Amtes für Evakuierungen aus Afghanistan

Das Auswärtige Amt hat eine Anlaufstelle für die Evakuierung eingerichtet. Über folgendes Kontaktformular erreichen Sie dort die Kolleginnen und Kollegen: Kontaktformular

Dort werden auch alle Informationen für die Unterstützung von deutschen Staatsangehörigen, ehemaligen Ortskräften der Bundesregierung und weiteren Personengruppen bearbeitet.

Regelmäßige Fragen und Antworten werden hier beantwortet: Auswärtiges Amt

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Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe fordert niedersächsisches Aufnahmeprogramm für besonders gefährdete Afghaninnen

Nach dem Abzug der Nato-Streitkräfte aus Afghanistan hat sich die Lage schnell zugespitzt. Die Bilder aus Kabul, auf denen Menschen verzweifelt versuchen in Fluchtflugzeuge zu gelangen, bewegen weltweit. Die Schreckensherrschaft der Taliban bereitet vielen Menschen vor Ort große Sorgen – gerade auch vielen Frauen und Mädchen. Weiterlesen