#weexplainforeveryone: Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe, Flüchtlingsrat und Lotto-Sport-Stiftung danken den an der Corona Aufklärungs- und Impfkampagne beteiligten Ärzt*innen

Am 09. Juni 2021 startete die mehrsprachige Corona Aufklärungskampagne der Migrationsbeauftragten Schröder-Köpf, des Flüchtlingsrates Niedersachsen e.V. und der Niedersächsischen Lotto-Sport-Stiftung. Ziel der Kampagne ist es, Geflüchtete und alle Menschen deren Muttersprache nicht Deutsch ist, mit grundlegenden Informationen zum Impfen zu versorgen, Bedenken gegenüber der Corona-Impfung abzubauen und diese als Grundlage für weitergehende persönliche Beratungsgespräch vor Ort nutzen zu können. Getragen wird die Kampagne von Ärztinnen und Ärzten, die in Videos in 16 Sprachen prägnant und einfach verständlich in ihrer Muttersprache über das Impfen aufklären sowie Impfreaktionen und Nebenwirkungen thematisieren und besonders verbreitete Mythen widerlegen. 

Mit den Videos und FAQ in 16 Sprachen erzielte diese bisher eine Gesamtreichweite von rund 170 Millionen Kontakten. Die begleitende Facebook-Ad-Kampagne sorgte zudem noch ein mal für rund 4 Millionen erreichte Nutzerinnen und Nutzer, welche die Videos über 15 Millionen Mal angeschaut haben. „Dies wäre ohne das Engagement der Ärztinnen und Ärzte, die der Kampagne ihr Gesicht und ihre Stimme gegeben haben, nicht möglich gewesen und es wären sicherlich etliche Menschen noch heute dem Corona-Virus ungeschützt ausgesetzt“, so Schröder-Köpf. Die Landesbeauftragte hatte gestern (29.08.) zum Dank für deren Engagement alle Beteiligten zum Abendessen ins Gästehaus der Landesregierung eingeladen. „Ohne das Mitwirken der Ärztinnen und Ärzte hätten wir die Menschen so überhaupt nicht erreichen können. Das haben die Zahlen der Kampagne ganz deutlich gezeigt. Es war mir somit ein Bedürfnis, alle persönlich kennenzulernen und ihnen gebührend zu danken“, so Schröder-Köpf weiter.

Bekanntgabe Preisträger Niedersächsischer Integrationspreis 2022

Integration von Kindern und Jugendlichen – gemeinsam stark in die Zukunft! Weil und Schröder-Köpf geben Preisträgerinnen und Preisträger des Niedersächsischen Integrationspreises 2022 bekannt.

Ministerpräsident Stephan Weil hat am (heutigen) Dienstag gemeinsam mit der Landesbeauftragten für Migration und Teilhabe, Doris Schröder-Köpf, http://www.migrationsbeauftragte-niedersachsen.de und dem Bündnis „Niedersachsen packt an“ die Preisträgerinnen und Preisträger des Niedersächsischen Integrationspreises 2022 www.niedersächsischer-integrationspreis.de bekannt gegeben.

Mit dem Wettbewerb zeichnet das Land Niedersachsen nachhaltige Projekte und engagierte Menschen aus, die sich in besonderer Weise mit neuen Ideen dafür engagieren, dass Integration von Kindern und Jugendlichen gefördert und umgesetzt wird. Die Beispiele und Projekte mögen dann gerne der Nachahmung dienen.

Der Preis ist mit insgesamt 24.000 Euro (4 x 6.000 Euro) dotiert. Das diesjährige Motto des Integrationspreises lautet „Integration von Kindern und Jugendlichen – gemeinsam stark in die Zukunft!“.

Das Bündnis „Niedersachsen packt an“ zeichnet zudem eine Bewerberin beziehungsweise einen Bewerber mit einem Sonderpreis aus und unterstützt deren/dessen Engagement mit einem Preisgeld in Höhe von 6.000 Euro.
Der Integrationspreis wird bereits zum dreizehnten Mal und der Sonderpreis zum siebten Mal vergeben.

Aus 150 Bewerbungen und Vorschlägen hat die Jury unter dem Vorsitz von Doris Schröder-Köpf die folgenden Preisträgerinnen und Preisträger ausgewählt:

• Begegnungszentrum KAISER 19, DRK Landesverband Oldenburg e.V., Oldenburg
• Ev.-luth. Elisabeth Kirchengemeinde Langenhagen, Region Hannover
• Bonveno Göttingen gGmbH, Göttingen
• Kooperation der Aue-Mehde-Grundschule Zeven mit dem St.-Viti-Gymnasium Zeven, Rotenburg (Wümme)

Beim Sonderpreis des Bündnisses „Niedersachsen packt an“ entschied sich die Jury für:
• Mehrgenerationenhaus (MGH) Courage e.V. – Migrationsberatung, Kinder-Eltern-Kontaktstelle (KEKS), Harburg

Mit Integrationserfolgen in jungen Jahren werden die Weichen gestellt und prägen die späteren Chancen auf Erfolg und Teilhabe. Aus diesem Grund hat die Integration von zugewanderten Kindern und Jugendlichen eine ganz besondere Bedeutung und stellt eine der wichtigsten Zielgruppen dar.
Integration hat gerade in diesen Zeiten einen besonders hohen Stellenwert. Gesellschaftliche Teilhabe ist relevanter als je zuvor, ganz unabhängig von Herkunft, Kultur, Alter, Geschlecht, Religion, wirtschaftlicher oder finanzieller Situation.
Es ist der Niedersächsischen Landesregierung ein wichtiges politisches Anliegen, die vielfältigen Potentiale verschiedener Institutionen, Verbände, Vereine, Initiativen, Kindergärten, Schulen etc. zu aktivieren und besonders innovative und nachhaltige Ideen mit dem Niedersächsischen Integrationspreis auszuzeichnen.

Hintergrund und Terminhinweis
Die Preisübergabe soll Ende November im Rahmen einer Veranstaltung stattfinden.

Die Jury
Neben Doris Schröder-Köpf gehören in diesem Jahr zur Jury:

  • Sonja Anders, Chefdramaturgin und Intendantin des Schauspiel Hannover
  • Nariman Hammouti, Vorsitzende des Vereins „Deutscher Soldat e.V.“
  • Sabina Kaluza, Künstlerin und Präsidentin des „KreativRegion e.V.“
  • Maryam Mohammadi, Referentin vom Flüchtlingsrat Niedersachsen e.V. und
    Vorstandsmitglied vom Unterstützerkreis Flüchtlingsunterkünfte e.V.
  • Eliah Sakakushev-von Bismarck, Direktor der Villa Seligmann

    Die Preisträgerinnen und Preisträger

    Begegnungszentrum KAISER 19, DRK Landesverband Oldenburg e.V. mit dem Projekt
    „Miteinander. Füreinander – Kinder und Jugendliche im Blick: individuelle Förderung
    und gemeinsame Aktivitäten“


    Das Projekt wurde initiiert, um besonders zugewanderten und geflüchteten Kindern und
    Jugendlichen sowie deren Familien vielfältige und insbesondere auch nachhaltige
    Maßnahmen anzubieten, diese zu begleiten und zu fördern. Unterschiedliche Maßnahmen,
    u.a. eine umfangreiche Schülernachhilfe, Sprachförderung durch Ehrenamtliche, Hilfe und
    Unterstützung bei der Ausbildungsplatzsuche und dem Zugang zum Arbeitsmarkt gehören
    ebenso dazu wie auch die Betreibung eines Jugendtreffs mit zahlreichen Freizeitaktivitäten
    und Sport. Das Sommerprogramm „frische Luft statt Sofamuff“ war ein Highlight in den
    Sommerferien im letzten Jahr. Ehrenamtliche, darunter auch Schülerinnen und Schüler, die
    in der Vergangenheit selbst Angebote, wie z.B. Nachhilfe, wahrgenommen haben,
    engagieren sich für insgesamt 56 verschiedene Aktivitäten pro Woche. Ziel ist es, die Bildungs-
    ungleichheit von Kindern und Jugendlichen abzumildern und die Chancengleichheit zu fördern
    sowie den negativen Auswirkungen der Pandemie, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen,
    entgegenzuwirken. Das Jahr 2022 hat thematisch die ganzheitliche mentale und körperliche
    Gesundheit zum Schwerpunkt.

Ev.-luth. Elisabeth Kirchengemeinde Langenhagen, Region Hannover mit dem Projekt
„Lernhilfe“


Seit sechs Jahren unterstützen Ehrenamtliche Kinder und Jugendliche mit
Migrationshintergrund beim mündlichen und schriftlichen Erlernen der deutschen Sprache
und fördern sie auf dem jeweiligen individuellen Lernstand. Die Teilnehmerinnen und
Teilnehmer werden in altersgemäßen Kleingruppen von 13 Ehrenamtlichen in
Unterrichtsfächern der Sekundarstufe I und II unterrichtet. Neben der Hausaufgabenhilfe,
dem Training der Grundkenntnisse in Mathematik und Deutsch werden die Kinder und
Jugendlichen zudem auf schriftliche Prüfungen vorbereitet. Darüber hinaus sollen Regeln
des sozialen Miteinanders über Pausen-/Lernspiele und im Umgang untereinander vermittelt
werden. Die Kinder und Jugendlichen arbeiten einmal pro Woche jeweils nachmittags mit
den Ehrenamtlichen zusammen. Bei Bedarf finden für die Schülerinnen und Schüler weitere
Treffen statt. Die Ehrenamtlichen und die zugeordneten Kinder und Jugendlichen lernen über
längere Zeit zusammen, damit stabile Beziehungen untereinander entstehen. Als besondere
Aktion konnten im letzten Jahr neben der Lernhilfe zwei Schwimmkurse für die Nicht-Schwimmer
der Schülerinnen und Schüler mit dem DLRG organisiert werden.

Bonveno Göttingen gGmbH, Göttingen mit dem Projekt „BROTHERS –
Gewaltprävention bei (geflüchteten) Jugendlichen supported by HEROES“


Im Mittelpunkt steht das Coaching männlicher Jugendlicher mit Migrationshintergrund sowie
die Reflexion der Geschlechter zur Gestaltung unserer Gesellschaft. Die „BROTHERS“
orientieren sich am Konzept der Berliner Initiative „HEROES“ und erweitern deren Ansatz um
die Gruppe der geflüchteten Jugendlichen im ländlichen Raum. Die Modifizierung und
Übertragung des Projektes sind bisher einmalig in Niedersachsen. Nach dem Vorbild werden
die BROTHERS-Gruppen in Göttingen und Hann. Münden mit den BROTHERS-Workshops
miteinander verknüpft. Die Teilnehmer der Gruppen bilden einen Safe Space, in dem sie mit
Teamleitern in die Diskussion und die Selbstreflexion einsteigen und ggf. ein Training zum
Peer-Educator durchlaufen. In den Workshops, die mit Schulklassen und Jugendgruppen
durchgeführt werden, können die Projektteilnehmer dann selbst als Peer-Educator aktiv
werden. Themen wie Männlichkeit, Geschlechterrollen, Gleichberechtigung, Ehre, Respekt
und die Vermeidung von Gewalt, werden bei dem Austausch zwischen den Jugendlichen
diskutiert. Ziele des Projekts sind es, neben einer gewalt- und geschlechtersensiblen
Präventionsarbeit, die Identitätsentwicklung junger Männer und deren soziale Kompetenzen
zu verbessern.

Kooperation der Aue-Mehde-Grundschule Zeven mit dem St.-Viti-Gymnasium Zeven,
Rotenburg (Wümme) mit dem Projekt „1*11- Ich helf“


Bei dem Lernprojekt kommen dreimal pro Woche nachmittags Schülerinnen und Schüler des 11.
Jahrgangs des Gymnasiums als Lernhelferinnen und Lernhelfer in die Grundschule. Ziel
dabei ist das gemeinsame Lernen. Ein großer Teil der Lernhelferinnengruppe und
Lernhelfergruppe besteht aus Jugendlichen, die selbst einen Migrationshintergrund
mitbringen und ihre positiven Schul- und Lernerfahrungen an die Kinder „aus erster Hand“
weitergeben. Neben der Lernvermittlung und der daraus resultierenden Vorbildfunktion
stellen die Lernhelferinnen und Lernhelfer mit Migrationshintergrund auch eine spezielle
Identifikation für die Schülerinnen und Schüler dar. Aufgrund der erfolgreichen Erfahrungen
wurde das Projekt von Jahrgangsstufe 1 auf Jahrgangsstufe 2 erweitert. Die Leitung und
Organisation wird von dem Schulsozialarbeiter der Grundschule durchgeführt. Nach einer
Einweisung der Elftklässlerinnen und Elftklässler in die Fächer Deutsch und Mathematik
durch die Fachlehrkräfte lernen die Lernhelferinnen und Lernhelfer mit ihren zugeordneten
Kindern in Kleingruppen. Durch die gemeinsame Arbeit wird ein positives Lernklima
geschaffen und Integration tatsächlich gelebt. Alle beteiligten Schülerinnen und Schüler
sowie auch die Lernhelferinnen und Lernhelfer des Gymnasiums erleben dabei ein Wachsen
ihres Selbstbewusstseins und Selbstwertgefühles.

Sonderpreis des Bündnisses „Niedersachsen packt an“

Mehrgenerationenhaus (MGH) Courage e.V. – Migrationsberatung, Kinder-Eltern-Kontaktstelle (KEKS),
Harburg mit dem Projekt “Miteinander trotz Corona – Kinder durch die Pandemie begleiten“
Das Mehrgenerationenhaus Courage unterstützt seit Jahren Familien durch Beratung und
Betreuungsangebote. Selbstverständliche Bausteine zur Integration sind das Sprach-Café
für Frauen und die Lernförderung. Kinder und Jugendliche aus Familien mit Migrationshintergrund
erhielten gleich zu Beginn der Corona-Pandemie im Familienzentrum zusätzliche Unterstützung beim
Homeschooling und wurden mit technischen Hilfsmitteln wie PCs, Tablets etc. ausgestattet. Neben der Lernunterstützung ist die Förderung von sozialer und interkultureller Kompetenz ein wichtiger Aspekt im Mehrgenerationenhaus. In den Ferien werden deshalb regelmäßig Theaterworkshops, Ferienfreizeiten und Tagesausflüge angeboten. An den Angeboten nehmen Kinder mit Migrationshintergrund, aus bildungsfernen
Familien sowie Kinder aus unbelasteten Familien teil. In diesen heterogenen Gruppen bilden die Kinder und Jugendlichen einen wichtigen Teil der Gesellschaft und lernen zudem demokratische Strukturen und Werte kennen.

20220701 PI Bekanntgabe Preisträger Integrationspreis 2022.pdf

Freundschaftskonzert – 60 Jahre deutsch-türkische Nachbarschaft

Anlässlich des 60. Jubiläums des Anwerbeabkommens der Bundesrepublik Deutschland mit der Türkei haben die Niedersächsische Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe, Doris Schröder-Köpf, und die Föderation Türkischer Elternvereine in Niedersachsen e.V. (FöTEV) am Samstag, den 4.12.2021 zu einem Freundschaftskonzert in die Galerie Herrenhausen eingeladen. Die Veranstaltung wurde unter anderem durch die Lotto-Sport-Stiftung unterstützt. Schirmfrau der Veranstaltung war die Landesbeauftragte.

Die Veranstaltung wurde von der Vorsitzenden der FöTEV, Frau Seyhan Öztürk, eröffnet. In ihrer Rede ging Sie auf die persönliche Entwicklung der türkischen Migrantinnen und Migranten ein, die anfangs teilweise noch auf gepackten Koffern saßen, da ein langer Verbleib in der Bundesrepublik für sie nicht vorstellbar war. „Für die heutige Jugend hört sich dies wie ein Märchen an, da sich die Arbeiterinnen und Arbeiter von damals zu festen Teilen der Gesellschaft entwickelt haben“, so Öztürk. Passend schloss sie mit dem folgenden Zitat von Max Frisch ab: „Wir riefen Arbeitskräfte, und es kamen Menschen“.

In der anschließenden Rede hob Frau Schröder-Köpf die wechselseitige Beziehung der deutsch-türkischen Freundschaft hervor. „Die Erfahrungen, Erlebnisse und Emotionen, die sowohl auf deutscher als auch auf türkischer Seite in den vergangenen 60 Jahren beidseitig zu Wohlstand und Reichtum beigetragen haben, seien eine historische Leistung“, so die Landesbeauftragte. Sie führte fort: „Heute leben über 3,0 Mio. Menschen mit familiären Wurzeln aus der Türkei in Deutschland. Sie haben die Bundesrepublik mit aufgebaut, sich integriert und die Gesellschaft geprägt, sie sind zu einem wichtigen Teil der Bundesrepublik geworden und ohne sie wäre das alltägliche Leben ein anderes. Es verbindet uns alle sehr viel mehr, als uns trennt. Wir müssen an unser Verbundenheit festhalten, damit dies auch so bleibt und Rassistinnen und Rassisten keine Chance haben unsere Gesellschaft weiter zu spalten.“

Die besondere Verbundenheit zwischen beiden Ländern hob im folgenden Grußwort die Generalkonsulin der Republik Türkei, Gül Özge Kaya, hervor. Die Bundesrepublik Deutschland und die Türkei seien durch die Menschen eng und freundschaftlich miteinander verwurzelt, so Generalkonsulin Kaya.    

Das Freundschaftskonzert wurde von der deutsch-türkischen Sängerin, Ayda Kirci, und dem hannoverschen Pianisten, Helge Adam, im Rahmen ihres Musikprojektes „Anatolian goes Jazz“ durchgeführt. Gemeinsam mit den Musikern, Peter Schwebs (Kontrabass) und Dieter „Zpper“ Schmigelok“ (Schlagzeug) interpretierten sie sogenannte „Türkü-Lieder“ in westlichem Jazz.

Fotograf: Michael Wallmüller

Zweite berührende Lesung: „Die Geschichte einer Flucht – von Raqqa nach Celle“ am 5. November in Celle in der Halle 19 des Schloßtheaters

In einer vollen HALLE 19 fand am 05. November die zweite Lesung aus Rauda Al-Tahas „Geschichte einer Flucht von Raqqa nach Celle“ statt. Die erste Lesung hatte auf Einladung der Niedersächsischen Landesbeauftragen für Migration und Teilhabe, Doris Schröder-Köpf, am 29. September im Gästehaus der Niedersächsischen Landesregierung stattgefunden.

Eingangs dankte Schlosstheater-Geschäftsführerin Katharina Lohmann der Landesbeauftragen Schröder-Köpf sowie der Stadträtin für Soziales und Kultur der Stadt Celle, Susanne McDowell, ohne deren Hilfe weder das Buch als Zeitdokument noch die Veranstaltung zu Stande gekommen wären.

Schlosstheater-Schauspielerin Johanna Marx las ausgewählte Passagen, die ein intensives Bild der syrischen Heimat Raqqa, der kulturellen Liebe, der bedrohlichen Kriegssituation, der bedrückenden Flucht und des allmählichen Ankommens in der neuen Heimat Niedersachsen entstehen ließen. Für musikalische Untermalung sorgten Mitglieder des Ensembles IBTAHIDSCH unter der Leitung von Dr. Claudia Ott. Die orientalische Musik rahmte die Veranstaltung würdig ein. Im langanhaltenden Applaus holte Johanna Marx die Autorin Rauda Al-Taha und ihre drei Töchter auf die Bühne.

In Ihren Grußworten hatten Susanne McDowell und Doris Schröder-Köpf, die Bedeutung der Flüchtlings- und Integrationspolitik betont und die wichtige Rolle der ehrenamtlichen Integrationshelfer*innen herausgestellt. Doris Schröder-Köpf mahnte eindringlich, das Thema Flucht und Migration nicht aus den Augen zu verlieren und mit Anstand und Werten von Demokratie und Freiheit europaweit zu agieren und zu integrieren.

Der Eintritt war frei, es wurden Spenden für die auch im Buch erwähnten Malteser gesammelt, namentlich für das Vorleseprojekt, das sich speziell an geflüchtete Kinder und Familien richtet. Über 900 €uro kamen zusammen. Das Geld wird den Maltesern in der kommenden Woche übergeben.

Das Schlosstheater Celle ist Teil der Bewegung DIE VIELEN und hat mit SOUL ALMANYA eine musikalische Stückentwicklung gemeinsam mit Geflüchteten auf die Bühne gebracht. Die Themen Flucht und Vertreibung, Integration und Miteinander, Toleranz und Offenheit, Buntheit und Vielfalt gehören für das Schlosstheater zum Arbeitsalltag und in verschiedenen Formen auf die Bühnen.

Zweite Veranstaltung „Fluchtpunkt Niedersachsen: Ankommen gestern – heute – morgen“

„Fluchtpunkt Niedersachsen: Ankommen gestern – heute – morgen“, unter diesem Titel fand am 7. November 2021 im Königlichen Pferdestall Hannover ein zweites Gespräch mit Zeitzeug*innen statt, zu dem die Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe, Doris Schröder-Köpf, und die Landesbeauftragte für Heimatvertriebene, Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler, Editha Westmann, gemeinsam mit dem Museum Friedland eingeladen hatten.

Im Mittelpunkt des Gespräches standen Aussiedler*innen, Spätaussiedler*innen und jüdische Zuwandernde. Die geladenen Zeitzeug*innen Witali Bastian (Molbergen), Valerie Cholodow (Hannover), Sabina Kaluza (Braunschweig), Margarita Suslovic (Hannover) und Larissa Yarosh (Hannover) berichteten nicht nur von ihrer Ankunft hier in Niedersachsen. Es wurden auch Probleme bei der Integration thematisiert und diskutiert, was es braucht, um sich wirklich angekommen zu fühlen.

Seit 1950 sind mehr als 4,5 Millionen Aussiedler*innen und Spätaussiedler*innen aus Mittel- und Osteuropa nach Deutschland gekommen. Rund 353.000 davon leben heute in Niedersachsen. Das entspricht etwa 4,5 Prozent der Bevölkerung. Dazu kommen rund 200.000 jüdische Zugewanderte aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion, die in Deutschland seit 1991 eine neue Heimat gefunden haben.

Bereits am 3. Oktober 2021 hatte im Göttinger Kino Méliès ein erstes generationenübergreifendes Zeitzeug*innengespräch stattgefunden. Dabei ging es um persönliche Fluchterfahrungen von der Nachkriegszeit bis in die Gegenwart sowie um die Aufnahme hier in Deutschland. Hier zeigten sich bei aller Unterschiedlichkeit der Schicksale verbindende Elemente und viel Verständnis für die jeweils anderen.

Über das Museum Friedland

Das als außerschulischer Lernstandort anerkannte Museum Friedland wurde 2016 eröffnet. Es erforscht, sichert, präsentiert und vermittelt die Geschichte und Gegenwart des Grenzdurchgangslagers Friedland. Wechselausstellungen lenken in historischer und gegenwartsorientierter Perspektive zudem den Blick auf die vielschichtigen Prozesse von Abschied, Ankunft und Neubeginn im Allgemeinen sowie von Migrationspolitik, gesellschaftlicher Teilhabe, Grenzen, Identitäten und Zugehörigkeiten, Kriegsfolgen, Menschenrechten und Asyl im Speziellen.

Livestream zur Veranstaltung:

Fotos der Veranstaltung:

Integration in Zeiten von Corona – Festakt zur Verleihung des Niedersächsischen Integrationspreises

Am 11.10. 2021 wurde der Niedersächsische Integrationspreis verliehen. Ministerpräsident Stephan Weil und die Landebeauftragte für Migration und Teilhabe Doris Schröder-Köpf ehrten die Preisträgerinnen und Preisträger.

Die Preisverleihung am 11.10.2021 stand unter dem Motto „Integration in Zeiten von Corona“ und ist mit insgesamt 24.000 Euro (vier Mal je 6.000 Euro) dotiert – der Preis wurde in diesem Jahr zum zwölften Mal vergeben. Die Bündnisse „Niedersachsen packt an“ und „Niedersachsen hält zusammen“ zeichneten zudem jeweils eine Preisträgerin beziehungsweise einen Preisträger mit einem Sonderpreis aus und unterstützten deren Engagement mit einem Preisgeld in Höhe von ebenfalls je 6.000 Euro.

Das Bündnis „Niedersachsen packt an“ vergab seinen Sonderpreis bereits zum sechsten Mal, während das im Jahr 2020 gegründete Bündnis „Niedersachsen hält zusammen“ erstmals einen Preis verlieh. Die Preisverleihung erfolgte im Rahmen eines Festaktes ab 19 Uhr im Alten Rathaus in Hannover mit rund 150 geladenen Gästen im Alten Rathaus. Die Veranstaltung wurde von Jan Egge Sedelies moderiert. Mit der Wahl des Mottos „Integration in Zeiten von Corona“ knüpfen Ministerpräsident Weil und Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe, Schröder-Köpf, direkt an die bisherige Arbeit der beiden Bündnisse „Niedersachsen packt an“ und „Niedersachsen hält zusammen“ an. Die Corona-Pandemie habe gezeigt, so die Landesbeauftragte, wie viele Ehrenamtliche sich für die Integration ihrer Mitbürgerinnen und Mitbürger bemüht hätten und tolle neue, innovative Wege gegangen seien.

Weitere Informationen zum Integrationspreis finden Sie hier:

https://www.niedersaechsischer-integrationspreis.de/

Zeitzeug*innengespräch zum Thema Flucht und Migration

Fluchterfahrung verbindet


Am 3. Oktober fand auf Einladung der Landesbeauftragten für Migration und Teilhabe, Doris Schröder-Köpf, der Landesbeauftragten für Heimatvertriebene, Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler, Editha Westmann, und des Museums Friedland ein Zeitzeug*innengespräch zum Thema Flucht und Migration statt.

Nather Henafe Alali, Ursula Dorn, Noura Labanieh, Sabrina Rahimi und Christel Svenson stehen für ganz unterschiedliche Generationen von Menschen – vom Nachkriegsdeutschland bis in die Gegenwart – die von Flucht und Vertreibung betroffen waren. Am vergangenen Sonntag waren sie die Gäste eines ersten Zeitzeug*innengespräches im Göttinger Kino Méliès. Unter der Überschrift „Fluchtpunkt Niedersachsen: Ankommen gestern – heute – morgen“ teilten sie mit den Zuhörer*innen ihre ganz persönlichen Fluchterfahrungen und berichteten über ihre Aufnahme hier in Deutschland und Niedersachsen. Bei aller Unterschiedlichkeit der Fluchtursachen und Fluchtwege war bei den Zeitzeug*innen viel Verständnis für die jeweils anderen zu spüren.

 „Diese generationenübergreifenden Gespräche haben sehr deutlich gezeigt, dass die traumatische Fluchterfahrung aber auch das schwierige Ankommen in einem fremden Land sehr ähnlich sind. Dieses Wissen um das verbindende Element der Fluchterfahrung ist eine wichtige Grundlage für eine tolerante und vielfältige Gesellschaft.“, begründet Doris Schröder-Köpf ihre Unterstützung für die Zeitzeug*innengespräche.

„Ich bin ausgesprochen dankbar, dass diese Veranstaltung in Göttingen zustande gekommen ist. Es ist wirklich höchste Zeit, die persönlichen Geschichten, gerade der hochbetagten Zeitzeugen, zu sammeln. Man darf sie aber nicht nur sammeln, sondern muss sie auch zugänglich machen und zur Beschäftigung mit ihnen anregen. Anknüpfungspunkte hierfür gäbe es viele.“, betont Editha Westmann.

Die Runde wurde vom NDR-Journalisten Jan Starkebaum moderiert. Das zweite Zeitzeug*innengespräch findet am 7. November in Hannover statt. Inhaltlich stehen dann Aussiedler*innen, Spätaussiedler*innen und Einwanderer*innen mit jüdischen Wurzeln im Mittelpunkt.

Über das Museum Friedland

Das als außerschulischer Lernstandort anerkannte Museum Friedland wurde 2016 eröffnet. Es erforscht, sichert, präsentiert und vermittelt die Geschichte und Gegenwart des Grenzdurchgangslagers Friedland. Wechselausstellungen lenken in historischer und gegenwartsorientierter Perspektive zudem den Blick auf die vielschichtigen Prozesse von Abschied, Ankunft und Neubeginn im Allgemeinen sowie von Migrationspolitik, gesellschaftlicher Teilhabe, Grenzen, Identitäten und Zugehörigkeiten, Kriegsfolgen, Menschenrechten und Asyl im Speziellen.

Das Museum Friedland ist mittwochs bis sonntags zwischen 10 und 18 Uhr geöffnet. Für alle Fragen rund um den Besuch im Museum Friedland ist der Besucherservice telefonisch unter 05504/8056-200 oder per E-Mail unter besuch@museum-friedland.de zu erreichen.

Schröder-Köpf lädt zur Lesung: „Die Geschichte einer Flucht – von Raqqa nach Celle“ ins Gästehaus der Landesregierung

Die von der Niedersächsischen Landesbeauftragten für Migration und Teilhabe veröffentlichte
Fluchtgeschichte der Syrerin Rauda Al-Taha wurde in Anwesenheit der Autorin in einer ergreifenden Lesung vorgestellt

Die Veröffentlichung der Fluchtgeschichte von Rauda Al-Taha war eine Herzensangelegenheit von Frau Schröder-Köpf um das Augenmerk auf den einzelnen zu uns geflüchteten Menschen und sein ganz individuelles Schicksal zu lenken. Es ist kein Buch über die Geflüchteten, sondern es sind die eigenen, sehr persönlichen Einblicke einer Frau, die mit ihrem Mann und ihren drei kleinen Kindern aus Raqqa in Syrien flieht. Rauda Al-Taha hat ihre Flucht eindrücklich dokumentiert – Erinnerungen an das Leben in der Heimat vor und während des Krieges, die gefährliche Flucht, das Gefühl von Verlust und Heimweh – aber auch den Neustart in Celle.

Die Erinnerungen von Rauda Al-Taha wurden in der Lesung, zu der die Landesbeauftrage am 29. September ins Gästehaus der Niedersächsischen Landesregierung eingeladen hatte, von der Schauspielerin Irene Kugler in sehr empathischer Weise vorgetragen und musikalisch durch den auch aus Syrien geflüchteten Oud-Spieler, Ahed Nofal, untermalt.

„Mich hat die sehr sinnliche und sehr berührende Erzählung der langen Flucht von Frau Al-Taha und ihrer Familie von Anfang an in den Bann gezogen. Diese emotionale Reise, auf die uns diese starke, selbstbewusste Autorin mitnimmt, ist eine sehr persönliche. Zugleich spiegelt sie das Schicksal Millionen von Menschen wieder, die ihre Heimat vor Krieg, Zerstörung oder Terror verlassen mussten. Was dieser Verlust und die damit verbundenen Sorgen für das einzelne „Menschsein“ wirklich bedeutet, erzählt uns Frau Al-Taha. Frau Kugler ist es in ihrer Lesung auf wunderbare Weise gelungen, all dies mit ihrer Stimme zu transportieren und der poetischen Sprache der Autorin besonderen Ausdruck zu verleihen.“

Frau Al-Taha und Frau Schröder-Köpf lernten sich 2019 bei einer Veranstaltung der Landesbeauftragten im Begegnungszentrum „Frauen(t)räume – Räume für Frauen“ im Celler Stadtteil Vorwerk kennen, wo Frau Schröder-Köpf erstmalig aus dem Manuskript von Frau Al-Taha lesen durfte und zutiefst bewegt war von der Geschichte und der poetischen Sprache. Verwirklicht wurde die Publikation in Kooperation mit der Stadträtin für Soziales und Kultur der Stadt Celle, Susanne McDowell, die die Lesung im Anschluss an Frau Schröder-Köpf auch mit einem Grußwort bereicherte. „Wir danken Frau Al-Taha, dass sie uns heute in dieser Lesung erneut an ihrer ergreifenden Geschichte teilhaben lässt. Ferner danken wir nochmals allen an der Erstellung dieser Publikation beteiligten Personen, denn genau das ist es, was wir als Gesellschaft derzeit mehr denn je brauchen: Mitgefühl und Interesse für das Schicksal und das Leben anderer Menschen,“ so Schröder-Köpf und McDowell.

Exemplare der 110 Seiten starken Fluchtgeschichte – die neben der deutschen Übersetzung auch den arabischen Originaltext sowie private Fotos und Zeichnungen enthält – können beim Verbindungsbüro der Landesbeauftragten für Migration und Teilhabe unter migrationsbeauftragte@stk.niedersachsen.de oder bei der Stadt Celle unter stadt@celle.de angefordert werden.

„Kein Ersatz für persönliche Beratung, aber wichtige Ergänzung“: Rege Diskussion über die Chancen und Grenzen der digitalen Migrationsberatung

Mehr als 200 Akteur*innen der Migrationsarbeit in Niedersachsen waren der Einladung zu einem virtuellen Austausch über das Thema „digitale Migrationsberatung: Chancen und Grenzen“ am gestrigen Dienstag, 23. März 2021 gefolgt. Dazu hatte die Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe mit der Niedersächsischen Lotto-Sport-Stiftung und der Initiative „Spielfeld Gesellschaft“ eingeladen. Weiterlesen

Landesbeauftragte richtet Online-Konferenz der kommunalen Integationsbeauftragten aus

Auf der heutigen Online-Konferenz der Kommunalen Integationsbeauftragten berichteten niedersächsische Expertinnen und Experten von den teils verheerenden Folgen der Pandemie im Bereich der Integration. Weiterlesen

Innenminister Pistorius zu Gast beim Austausch der Landesbeauftragten mit den Migrantenorganisationen

Am 03.12.2019 waren der Niedersächsische Innenminister Boris Pistorius sowie der Landespolizeipräsident Axel Brockmann zu Gast beim turnusmäßigen Treffen der Landesbeauftragten für Migration und Teilhabe, Doris Schröder-Köpf, mit Vertreter*innen niedersächsischer Migrantenorganisationen. Weiterlesen

Niedersächsischer Integrationspreis 2019

Ministerpräsident Stephan Weil und die Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe Doris Schröder-Köpf haben zusammen mit der Jury den Niedersächsischen Integrationspreis verliehen. Der Festakt fand am 26.08.2019 im Congress Centrum Wienecke XI in Hannover statt. Weiterlesen