Freundschaftskonzert – 60 Jahre deutsch-türkische Nachbarschaft

Anlässlich des 60. Jubiläums des Anwerbeabkommens der Bundesrepublik Deutschland mit der Türkei haben die Niedersächsische Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe, Doris Schröder-Köpf, und die Föderation Türkischer Elternvereine in Niedersachsen e.V. (FöTEV) am Samstag, den 4.12.2021 zu einem Freundschaftskonzert in die Galerie Herrenhausen eingeladen. Die Veranstaltung wurde unter anderem durch die Lotto-Sport-Stiftung unterstützt. Schirmfrau der Veranstaltung war die Landesbeauftragte.

Die Veranstaltung wurde von der Vorsitzenden der FöTEV, Frau Seyhan Öztürk, eröffnet. In ihrer Rede ging Sie auf die persönliche Entwicklung der türkischen Migrantinnen und Migranten ein, die anfangs teilweise noch auf gepackten Koffern saßen, da ein langer Verbleib in der Bundesrepublik für sie nicht vorstellbar war. „Für die heutige Jugend hört sich dies wie ein Märchen an, da sich die Arbeiterinnen und Arbeiter von damals zu festen Teilen der Gesellschaft entwickelt haben“, so Öztürk. Passend schloss sie mit dem folgenden Zitat von Max Frisch ab: „Wir riefen Arbeitskräfte, und es kamen Menschen“.

In der anschließenden Rede hob Frau Schröder-Köpf die wechselseitige Beziehung der deutsch-türkischen Freundschaft hervor. „Die Erfahrungen, Erlebnisse und Emotionen, die sowohl auf deutscher als auch auf türkischer Seite in den vergangenen 60 Jahren beidseitig zu Wohlstand und Reichtum beigetragen haben, seien eine historische Leistung“, so die Landesbeauftragte. Sie führte fort: „Heute leben über 3,0 Mio. Menschen mit familiären Wurzeln aus der Türkei in Deutschland. Sie haben die Bundesrepublik mit aufgebaut, sich integriert und die Gesellschaft geprägt, sie sind zu einem wichtigen Teil der Bundesrepublik geworden und ohne sie wäre das alltägliche Leben ein anderes. Es verbindet uns alle sehr viel mehr, als uns trennt. Wir müssen an unser Verbundenheit festhalten, damit dies auch so bleibt und Rassistinnen und Rassisten keine Chance haben unsere Gesellschaft weiter zu spalten.“

Die besondere Verbundenheit zwischen beiden Ländern hob im folgenden Grußwort die Generalkonsulin der Republik Türkei, Gül Özge Kaya, hervor. Die Bundesrepublik Deutschland und die Türkei seien durch die Menschen eng und freundschaftlich miteinander verwurzelt, so Generalkonsulin Kaya.    

Das Freundschaftskonzert wurde von der deutsch-türkischen Sängerin, Ayda Kirci, und dem hannoverschen Pianisten, Helge Adam, im Rahmen ihres Musikprojektes „Anatolian goes Jazz“ durchgeführt. Gemeinsam mit den Musikern, Peter Schwebs (Kontrabass) und Dieter „Zpper“ Schmigelok“ (Schlagzeug) interpretierten sie sogenannte „Türkü-Lieder“ in westlichem Jazz.

Fotograf: Michael Wallmüller

Zweite berührende Lesung: „Die Geschichte einer Flucht – von Raqqa nach Celle“ am 5. November in Celle in der Halle 19 des Schloßtheaters

In einer vollen HALLE 19 fand am 05. November die zweite Lesung aus Rauda Al-Tahas „Geschichte einer Flucht von Raqqa nach Celle“ statt. Die erste Lesung hatte auf Einladung der Niedersächsischen Landesbeauftragen für Migration und Teilhabe, Doris Schröder-Köpf, am 29. September im Gästehaus der Niedersächsischen Landesregierung stattgefunden.

Eingangs dankte Schlosstheater-Geschäftsführerin Katharina Lohmann der Landesbeauftragen Schröder-Köpf sowie der Stadträtin für Soziales und Kultur der Stadt Celle, Susanne McDowell, ohne deren Hilfe weder das Buch als Zeitdokument noch die Veranstaltung zu Stande gekommen wären.

Schlosstheater-Schauspielerin Johanna Marx las ausgewählte Passagen, die ein intensives Bild der syrischen Heimat Raqqa, der kulturellen Liebe, der bedrohlichen Kriegssituation, der bedrückenden Flucht und des allmählichen Ankommens in der neuen Heimat Niedersachsen entstehen ließen. Für musikalische Untermalung sorgten Mitglieder des Ensembles IBTAHIDSCH unter der Leitung von Dr. Claudia Ott. Die orientalische Musik rahmte die Veranstaltung würdig ein. Im langanhaltenden Applaus holte Johanna Marx die Autorin Rauda Al-Taha und ihre drei Töchter auf die Bühne.

In Ihren Grußworten hatten Susanne McDowell und Doris Schröder-Köpf, die Bedeutung der Flüchtlings- und Integrationspolitik betont und die wichtige Rolle der ehrenamtlichen Integrationshelfer*innen herausgestellt. Doris Schröder-Köpf mahnte eindringlich, das Thema Flucht und Migration nicht aus den Augen zu verlieren und mit Anstand und Werten von Demokratie und Freiheit europaweit zu agieren und zu integrieren.

Der Eintritt war frei, es wurden Spenden für die auch im Buch erwähnten Malteser gesammelt, namentlich für das Vorleseprojekt, das sich speziell an geflüchtete Kinder und Familien richtet. Über 900 €uro kamen zusammen. Das Geld wird den Maltesern in der kommenden Woche übergeben.

Das Schlosstheater Celle ist Teil der Bewegung DIE VIELEN und hat mit SOUL ALMANYA eine musikalische Stückentwicklung gemeinsam mit Geflüchteten auf die Bühne gebracht. Die Themen Flucht und Vertreibung, Integration und Miteinander, Toleranz und Offenheit, Buntheit und Vielfalt gehören für das Schlosstheater zum Arbeitsalltag und in verschiedenen Formen auf die Bühnen.

Festakt zur Eröffnung des Dokumen­tations­zentrums Flucht, Vertreibung, Versöhnung am 21.06.2021

Am heutigen Montag, den 21.06.2021, eröffnen Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel und Kulturstaatsministerin Prof. Monika Grütters das neue Dokumentationszentrum für Flucht, Vertreibung und Versöhnung im Anhalter Bahnhof. Damit möchte die Bundesregierung der Opfer von Flucht und Vertreibung gedenken. Weiterlesen

„Kein Ersatz für persönliche Beratung, aber wichtige Ergänzung“: Rege Diskussion über die Chancen und Grenzen der digitalen Migrationsberatung

Mehr als 200 Akteur*innen der Migrationsarbeit in Niedersachsen waren der Einladung zu einem virtuellen Austausch über das Thema „digitale Migrationsberatung: Chancen und Grenzen“ am gestrigen Dienstag, 23. März 2021 gefolgt. Dazu hatte die Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe mit der Niedersächsischen Lotto-Sport-Stiftung und der Initiative „Spielfeld Gesellschaft“ eingeladen. Weiterlesen

Große Resonanz auf digitalen Fachaustausch „Nah an den Familien – wie kann das gelingen?“

Familien, und erst recht solche mit kleinen Kindern sind zur Zeit besonders gefordert. Die zunehmende soziale Ungleichheit betrifft vor allem zugewanderte Familien und steigt in Zeiten geschlossener oder eingeschränkt arbeitender KiTas und fehlender Familienangebote nochmal mehr. Wie kann es gelingen, trotzdem in Kontakt zu bleiben, den Bedarfen der Familien und der Kinder gerecht zu werden?

Die Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe hatte gemeinsam mit der Landeskoordinierungsstelle Griffbereit und Rucksack KiTa  einem digitalen Fachaustausch am 15.12.2020 eingeladen, bei dem dieser Frage nachgegangen werden sollte. Aus gesundheitlichen Gründen konnte Doris Schröder-Köpf aber leider nicht persönlich anwesend sein.

Ausgangspunkt waren die Programme Griffbereit und Rucksack KiTa in Niedersachsen, die in mehr als zweihundert Einrichtungen umgesetzt werden. Kernstück der Familienbildungs- und Sprachprogramme sind Eltern- oder Eltern-Kind-Gruppen, in denen Mehrsprachigkeit und die Wertschätzung der Familiensprachen Grundlage des Konzeptes sind. Schlüsselakteure dabei sind die „Elterbegleiter*innen“, die die Gruppen anleiten, einen vertrauensvollen Kontakt zu den Familien aufbauen und aktivierend auf die Bildungsbegleitung der Kinder wirken. In den letzten Monaten konnten diese Gruppen nicht im gewohnten Rahmen umgesetzt werden und die Koordinator*innen und Elternbegleiter*innen haben über kreative und digitale Formate trotzdem die meisten der Familien erreichen können. So war Information, Beschäftigung und vor allem auch weitere Anregungen in der Sprachbildung für die Familien trotz Kontaktbeschränkungen möglich.

Mehr als hundert Interessierte haben die Gelegenheit bei dem Fachaustausch genutzt, sich über die Programme zu informieren, die in Beiträgen von verschiedenen Perspektiven beleuchtet wurden. Prof. Dr. Timm Albers, der den bundesweiten Transfer von Griffbereit und Rucksack KiTa wissenschaftlich begleitet, stellte deren Resilienzfaktoren dar, besonders unter der verschärften Entwicklung sozialer Ungleichheit in Zeiten von Corona. Aus der Praxis berichtete Duygu Özbisikletci aus Lüneburg. Als Elternbegleiterin betreut sie seit Jahren zugewanderte Familien, dies in enger Zusammenarbeit mit dem Familienbüro der Stadt Lüneburg sowie eingebunden in das Bundesprogramm „Kita-Einstieg“. Die Leiterin der Stabsstelle für Migration und Teilhabe im Landkreis Peine, Emine Öztürk, griff in ihrem Kommentar die Chancen für die Integration auf, die mit den niedrigschwelligen Programmen einhergehen. Dabei stellte sie fest, dass mit Griffbereit und Rucksack KiTa auch ein hohes Maß an „emotionaler Integration“ auf allen Seiten erreicht werden kann. So leisten die Programme laut Öztürk viel für die gesamte Gesellschaft und verdienen es, fester in das Fundament des Bildungsssystems integriert zu werden.

Die Teilnehmenden brachten Ihre Anmerkungen und Fragen im Chat oder dem Online-Tool „menti“ ein. Einig waren sie sich in der Bedeutung dieser und ähnlicher niedrigschwelliger Angebote für die verschiedenen Dimensionen von Integration: „Es geht um viel mehr, als nur den Spracherwerb“.

„Nah an den Familien – wie kann das gelingen?“ Online-Fachaustausch am 15. Dezember 2020

 

„Kinder dürfen nicht Verlierer der Pandemie sein“, so ließ es die Bundesregierung im Sommer dieses Jahres verlauten. Doch hat sich gezeigt, dass besonders Familien mit herausfordernden Lebensumständen und internationaler Familiengeschichte zunehmend benachteiligt sind: Der Kontakt zu den pädagogischen Fachkräften fehlt häufig, der Austausch und die Information von und mit anderen Eltern ebenfalls. Die Netzwerke, über die auch mehrsprachige (offizielle) Informationen rund um Corona weitergegeben werden, dünnen aus. Bewährt haben sich dagegen – bereits lange vor Corona – lokale Ansprechpartner*innen, Netzwerke und Strukturen, die vor Ort die direkte Ansprache von Familien ermöglichen.

In dieser Hinsicht haben die Familien- und Sprachbildungsprogramme Griffbereit und Rucksack KiTa eine wichtige Rolle übernommen. Durch die persönliche Bindung in den Eltern- oder Eltern-Kind-Gruppen kann der Kontakt gehalten und die Familien aktiviert werden. Die Schlüsselakteure sind dabei die Elternbegleiter*innen, die die Gruppen anleiten. Sie sind Multiplikator*innen, sie kennen „ihre“ Familien, finden die richtigen Kanäle, um sie zu erreichen und lassen sich kreative Lösungen einfallen, um Informationen zu streuen und Anregungen zu verteilen. Oft sind sie auch die Einzigen, die dauerhaft Kontakt zu den Familien halten können und auch deren Nöte und Sorgen zu hören bekommen. Ihre Anbindung an die Fachkräfte und Koordinator*innen ermöglichen eine passgenaue Unterstützung.

Wie können Strategien aussehen, um Familien zu unterstützen, die noch mehr als sonst vom Ausschluss von sozialer Teilhabe bedroht sind?

Mit dieser und weiteren Fragen wollen wir uns in einem digitalen Fachaustausch beschäftigen. Aus verschiedenen Perspektiven soll beleuchtet werden, wie Griffbereit und Rucksack KiTa zur sozialen Teilhabe beitragen und Familien mit Zuwanderungsgeschichte unterstützen können:

 

Die Referent*innen

Aus der Praxis

„Was Familien brauchen“

Duygu Özbisikletci, Elternbegleiterin und Koordination Rucksack KiTa in Lüneburg

 

Aus der Wissenschaft

„Corona und soziale Ungleichheit – Schutzfaktoren und Ressourcen“

Prof. Dr. Timm Albers, Professor für inklusive Pädagogik an der Uni Paderborn und verantwortlich für die wissenschaftliche Begleitung des Bundestransfers

 

Aus der Kommune bzw. dem Landkreis:

„Integration vor Ort durch Aktivierung“

Emine Öztürk, Referat für Migration und Teilhabe im Landkreis Peine

 

Die Gastgeberinnen

Doris Schröder-Köpf, Niedersächsische Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe

Landeskoordinierungsstelle Griffbereit und Rucksack KiTa, Landesarbeitsgemeinschaft für Soziale Stadtentwicklung

 

Wir freuen uns auf einen ertragreichen und informativen Austausch mit Ihnen!

 

Wir bitten um Anmeldung bis zum 14.12.2020.

Bei technischen Fragen sind wir erreichbar unter aristea.kiehl@lag-nds.de oder telefonisch unter 0511 – 12 31 28 77.

 

Hinweis:

Als ehrenamtlich tätige Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe setzt sich Doris Schröder-Köpf seit 2013 für die Belange aller in Niedersachsen lebenden Menschen mit einer Zuwanderungsgeschichte ein.

Griffbereit und Rucksack sind vom Verbund der Kommunalen Integrationszentren Nordrhein-Westfalen entwickelte Bildungsprogramme. Sie werden bundesweit koordiniert und verbreitet durch die LaKI (Landesweite Koordinierungsstelle KI NRW).

Die Landeskoordinierungsstelle Griffbereit und Rucksack KiTa in Niedersachsen ist angesiedelt bei der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Soziale Brennpunkte Niedersachsen e.V. und wird aus Mitteln des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung finanziert. Die LAG ist eine unabhängige Landesorganisation und hat zum Ziel, Bewohner*innen von sogenannten benachteiligten Wohngebieten sowie professionelle Strukturen und Methoden der Gemeinwesenarbeit zu fördern und zu stärken.

 

thumbnail of Einladung Online-Austausch 15.12.2020 Rucksack KiTa Griffbereit

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Begegnungsarbeit in Burgdorf: Doris Schröder-Köpf virtuell zu Gast beim Nachbarschaftstreff am Ostlandring

Es war ein Besuch der etwas anderen Art, und doch in Corona-Zeiten nichts Ungewöhnliches mehr: Zugeschaltet über einen PC war Niedersachsens Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe, Doris Schröder-Köpf, am Dienstag, 22.9.2020, beim Nachbarschaftstreff in Burgdorf zu Besuch. Gesundheitliche Gründe ließen ein Vor-Ort-Erscheinen leider nicht zu. Dennoch nutzte Schröder-Köpf die Gelegenheit zum ausgiebigen persönlichen Austausch mit einigen zugewanderten Bewohner*innen des Ostlandrings. Weiterlesen

Innenminister Pistorius zu Gast beim Austausch der Landesbeauftragten mit den Migrantenorganisationen

Am 03.12.2019 waren der Niedersächsische Innenminister Boris Pistorius sowie der Landespolizeipräsident Axel Brockmann zu Gast beim turnusmäßigen Treffen der Landesbeauftragten für Migration und Teilhabe, Doris Schröder-Köpf, mit Vertreter*innen niedersächsischer Migrantenorganisationen. Weiterlesen

Auf dem Weg zu mehr politischer Teilhabe in der Einwanderungsgesellschaft: Podiumsdiskussion im Haus der Kulturen Braunschweig

„Politische Teilhabe in der Einwanderungsgesellschaft“: Das war das Thema der Podiumsveranstaltung, zu der die Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe, Doris Schröder-Köpf, am 6.11.2019 gemeinsam mit der Niedersächsischen Landeszentrale für politische Bildung und dem Haus der Kulturen in Braunschweig eingeladen hatte (siehe Veranstaltungshinweis) Weiterlesen

Landesbeauftragte besucht Reformationsempfang: „Gleichgültigkeit lähmt eine Gesellschaft“

Am 30.10.2019 war die Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe, Doris Schröder-Köpf, beim Reformationsempfang des Kirchenkreises Hildesheim-Sarstedt zu Gast. Weiterlesen

Diskussionsveranstaltung zur politischen Teilhabe in der Einwanderungsgesellschaft

Die Gesellschaft der Vielen gemeinsam gestalten! Podiumsdiskussion der Niedersächsischen Landesbeauftragten für Migration und Teilhabe, Doris Schröder-Köpf, in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung im Haus der Kulturen in Braunschweig

Vielfalt in Fredenberg: AWiSTA präsentiert sich als Ort der Begegnungen

Am heutigen Freitag, 20. September, hat das Stadtteilzentrum AWiSTA seine Tore und Türen für alle Fredenberger Bewohnerinnen und Bewohnern geöffnet, um mit ihnen über das Zusammenleben im Stadtteil ins Gespräch zu kommen. Weiterlesen