Spätaussiedler in Deutschland

Als Spätaussiedler werden Angehörige deutscher Minderheiten aus mittel- und osteuropäischen Staaten sowie der ehemaligen UdSSR bezeichnet, die nach dem 31. Dezember 1992 nach Deutschland eingewandert sind. Diejenigen, die vor diesem Datum in die Bundesrepublik migriert sind, werden Aussiedler genannt. Es handelt sich dabei um Menschen deutscher Herkunft, die unter den Folgen des Zweiten Weltkrieges gelitten haben. Für diese Personen hat Deutschland eine historische Verantwortung übernommen, die in Artikel 116 des Grundgesetzes der Bundesrepublik (GG) festgeschrieben ist. Danach ist Deutscher, wer als Vertriebener oder Flüchtling deutscher Volkszugehörigkeit oder als dessen Ehegatte oder Abkömmling in dem Gebiet des Deutschen Reiches nach dem Stand vom 31. Dezember 1937 Aufnahme gefunden hat.

Hierbei handelt es sich nicht um eine kleine Gruppe, dies zeigen Zahlen einer Studie des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge aus dem Jahr 2013: Seit 1950 sind etwa 4,5 Millionen Menschen als Aussiedler und Spätaussiedler nach Deutschland gekommen. Im Jahr 2011 lebten etwa 3,2 Millionen (Spät-)Aussiedler und mit ihnen eingereiste Angehörige im Bundesgebiet. Während bis Ende der 1980er Jahre die Herkunftsländer Polen und Rumänien dominierten, kommt die überwiegende Mehrheit der Spätaussiedler heutzutage aus den Nachfolgestaaten der ehemaligen UdSSR.

Nach dem Aussiedleraufnahmegesetz aus dem Jahr 1990 muss vor der Ausreise nach Deutschland eine Aufnahmegenehmigung vorliegen. Diese Genehmigung wird vom Bundesverwaltungsamt in Köln nur dann erteilt, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen tatsächlich erfüllt sind. Näheres zum Aufnahmeverfahren von deutschstämmigen Spätaussiedlern ist im Bundesvertriebenengesetz (BVFG) geregelt.

Auch nichtdeutsche Ehegatten und Nachkommen von Spätaussiedlern, die nicht selbst die Spätaussiedlereigenschaft besitzen, können in den Aufnahmebescheid des Spätaussiedlers oder der Spätaussiedlerin einbezogen werden, sofern sie die Voraussetzungen des Bundesvertriebenengesetzes erfüllen.

Nach ihrem Eintreffen im Bundesgebiet werden die Spätaussiedler und ihre Familienangehörigen in der Außenstelle Friedland des Bundesverwaltungsamts registriert und auf die 16 Bundesländer verteilt.

Kontakt

Bundesverwaltungsamt
50728 Köln
Telefon: 0228/99358-9192
Telefax: 0228/99358-9361
Email: poststelle@bva.bund.de
www.bundesverwaltungsamt.de

Bereich Spätaussiedler:
Email: spaetaussiedler@bva.bund.de
www.bva.bund.de/DE/Themen/Staatsangehoerigkeit/Aussiedler/aussiedler-node.html